Theater an der Wien: "Rossini wird sicher kommen"

Es wird auch weiterhin Barockopern im Theater an der Wien geben. Hier hatte Dominique Meyer mit der Ankündigung aufhorchen lassen, künftig möglicherweise auch Barockopern in der Staatsoper spielen zu wollen.

“Das sehe ich ganz entspannt. Ich habe eine sehr gute Gesprächsbasis mit Meyer. Und wir sind auf dem Barocksektor der Platzhirsch, wir sind das beste Haus für Barockoper. Die braucht eine trockene Akustik und eine Intimität. Beides kann die Staatsoper nicht bieten.”

Daher wird nicht nur die Zusammenarbeit mit Spezialisten wie Nikolaus Harnoncourt und René Jacobs weitergeführt, sondern auch mit dem Dirigenten und Cembalisten Christophe Rousset, der in Paris, Brüssel und Amsterdam mit seinem Ensemble große Erfolge feiert, wird es eine intensive Kooperation geben. “Harnoncourt ist für unser Haus die Galionsfigur. Gemeinsam mit Martin Kusej setzt er bei uns mit ‘Rakes Progress’ auch einen der stärksten Akzente der nächsten Saison im Bereich der Meisterwerke des 20. Jahrhunderts.”

Mit den Wiener Festwochen gibt es eine neue Form der Zusammenarbeit, 2008 bis 2010 werden sie je 40 Tage im Theater an der Wien sein. Während der EURO wird es ein Tanz-Special mit Anne-Teresa de Keersmaeker geben (“Das riskieren wir”), und das Kabinetttheater wurde beauftragt ein Projekt unter dem Titel “EUR O.PER 2008” zu Musik u.a. von Eric Satie zu kreieren. “Wir haben aber bewusst keine Vorstellungen an Tagen, an denen in Wien Fußball gespielt wird. Ich glaube, es wird sich ein Medien-Hype über alles legen, in dem man andere Dinge kaum wahrnehmen wird. Sollte Österreich zu Beginn gewinnen, wird sich das noch potenzieren.”

Gegenüber dem kommenden neuen Geschäftsführer Thomas Drozda hat Geyer “sehr positive Erwartungen” und erhofft sich auch große Unterstützung im Bereich Marketing, Abo-Verkauf und Sponsoren. Die Stadt erwartet sich von ihm effektives Kosten- und Ertragsmanagement und Roland Geyer ist beim Gedanken an kommende Effizienzprüfungen nicht bange: “Wir mussten die auf Musical-Betrieb eingerichtete Organisationsstruktur zu drei Viertel verändern und haben auch für die Kosteneffizienz etliches gemacht. Auch der seit 2007 geltende neue Kollektivvertrag mit Jahresdurchrechnung hat viel Geld eingespart.”

Derzeit erhält das Theater an der Wien jährlich 21,6 Mio. Euro von der Stadt Wien. “Eine Evaluierung steht in diesem Jahr an. Abgesehen davon, dass natürlich jeder Intendant gerne mehr Geld hätte, liegen wir gut im Plan. Ich habe im Moment an den Subventionsgeber keinen dringenden Wunsch nach Erhöhung.”

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