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The Song of Names - Kritik und Trailer zum Film

Ein jüdischer Bub aus Polen wird von seinem Vater nach London gebracht. Er soll hier nicht nur vor den Nazis geschützt sein, in der Obhut der englischen Familie Simmonds soll sich Dovidl auch in Ruhe seiner Leidenschaft, seinem großen Talent widmen können: dem Geigenspiel. Dass er sich das Zimmer mit dem gleichaltrigen Martin teilen muss, führt zunächst zu Spannung - schnell aber merken die beiden, was sie gemeinsam haben. 1951 ist Dovidl urplötzlich und unauffindbar wie vom Boden verschluckt. Es soll 35 Jahre dauern, bis Martin auf eine Spur seines Adoptivbruders stößt.

Ein Rührstück um religiöse Erweckung vor dem Hintergrundspanorama des Holocausts als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts: Dies stellt das hochkarätig besetzte Drama "Song of Names" des frankokanadischen Regisseurs Francois Girard dar. Am Ende überwiegt hier leider der Kitsch die gute Intention. Ab Freitag im Kino.

The Song of Names - Kurzinhalt zum Film

Im Zentrum des auf zwei Zeitebenen spielenden Filmes steht die Freundschaft der beiden Stiefbrüder Martin (Misha Handley) und Dovidl (herrlich präpotent der britische Nachwuchsdarsteller Luke Doyle), die im London der späten 1930er Jahre nach anfänglichen Querelen zueinander finden. Schließlich ist Dovidl doch erst mit 13 Jahren in die Familie des Musikverlegers Gilbert Simmonds (Stanley Townsend) gekommen, da sein jüdischer Vater Zygmunt Rapoport (Jakub Kotynski) das an der Geige hochbegabte Kind aus Polen nach England bringt, um es dort ausbilden zu lassen.

Die beiden Burschen wachsen heran und werden letztlich ziemlich beste Freunde, auch wenn Dovidl sehr unter dem mutmaßlichen Tod seiner Ursprungsfamilie im Holocaust leidet. Dies alles zerbricht an jenem Tag des Jahres 1951, als Dovidl am Abend seines großen Debütkonzerts spurlos verschwindet. Statt den Startschuss einer großen Karriere feiern zu können, bleibt seine Familie nun ratlos zurück. Zudem stirbt Simmonds Ziehvater kurz darauf.

Auch als Erwachsener jagt Musikdozent Martin (nun gespielt von Hollywoodstar Tim Roth) immer noch jeder möglichen Spur nach dem Verbleib seines Ziehbruders nach. Er folgt den Hinweisen auf den verschwundenen Virtuosen über mehrere Kontinente, von Treblinka bis New York, bis er ihn schließlich ausfindig macht. Dovidl ist (interpretiert von Clive Owen mit angeklebtem Rauschebart) - obgleich als Jugendlicher eigentlich zum Atheismus konvertiert - nun orthodoxer Jude. Als Wiedergutmachung sagt er Martin jedoch zu, das einst ausgefallene Konzert nachzuholen. Doch es kommt anders, als man denkt.

The Song of Names - Die Kritik

Leider lässt Drehbuchautor Jeffrey Caine dieses potenzielle Künstlerdrama nach einem Roman von Norman Lebrecht in streckenweise unfreiwillig komischen Erweckungskitsch abgleiten. Von Regisseur Girard in Weltkriegssepiatönen gehalten, geben sich die sinnhaften Sprüche die Klinke in die Hand. Dabei wäre der Kanadier, der selbst Musik studiert hat, dem musikalischen Thema durchaus zugeneigt, finden sich in seinem Oeuvre doch Werke wie das Musikdrama "Die rote Violine" oder "Der Chor - Stimmen des Herzens". Auch als Opernregisseur ist Girard schon in Erscheinung getreten. In "The Song of Names" ersetzen jedoch bedeutungsschwere Blicke tiefere Erkenntnis, Gefühlsduselei realistische Charaktere. So dürfte "Song of Names" nur etwas für sehr coronaschwermütige Kinogänger sein.

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(APA/Red)

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