The Smashing Pumpkins und Bush live: Sommerlicher Rock-Abend in Wien

The Smashing Pumpkins und Bush rockten die Arena Wien.
The Smashing Pumpkins und Bush rockten die Arena Wien. ©AP/APA
Es war ein Abend unter Freunden: Unter freiem Sternenhimmel gastierten die beiden Kult-Rockbands Bush und The Smashing Pumpkins am Mittwoch in der ausverkauften Arena Wien.
Der Konzertabend in der Arena

Open Air-Konzerte sind von jeher eine feine Sache. Und wenn die Hauptacts des Abends auch noch zu den bekanntesten Rock-Größen der vergangenen Dekaden zählen, umso schöner. Am Mittwochabend gastierten Bush und The Smashing Pumpkins im sommerlichen Open Air in der Arena Wien – die bis zum letzten Fleckchen Wiese ausverkauft war.

Zunächst hielten die englischen Herren von Bush auf der Bühne Hof. Und bewiesen einmal mehr, dass die Reunion der Band vor drei Jahren in jedem Fall eine gute Sache war. Mit vollem Elan badeten Gavin Rossdale, Chris Traynor, Robin Goodridge und Corey Britz im Jubel der Menge, wobei besonders das Charisma des Frontmanns dem Auftritt das gewisse Etwas gab – trotz anfänglicher Ton-Schwierigkeiten. Rossdale hüpfte auf der Bühne umher, malträtierte seinen Verstärker, schmachtete ins Mikro und flirtete mit dem Publikum, dass es eine Freude war (insbesondere für den weiblichen Teil der Zuschauer).

Der 48-Jährige Sänger zeigte sich nicht nur von den Zusehern, sondern auch von der Location begeistert: “Es ist einfach wunderschön hier, ich fange fast zu weinen an. Am liebsten würde ich in diesen Ziegelbau einziehen!” Zustimmender Jubel.

Bush lieferten souveränen, viel zu kurzen Auftritt

Neben neueren Songs wie “The Sound Of Winter” oder “All My Life”  ihres aktuellen Albums “The Sea Of Memories” gab es auch einen gut gemischten Querschnitt vergangener, bekanntere Bush-Hits zu hören – nostalgische Momente etwa bei “Swallowed” oder “Everything Zen”.

Als schließlich ein Cover des Beatles-Klassikers “Come Together” angestimmt wurde, nahm Rossdale diesen gleich beim Wort und sprang kurzerhand in die Menge. Verblüffte Begeisterung, als sich der Bush-Frontmann singenderweise treppauf, treppab seinen Weg durch die Menge bahnte und Hände schüttelte oder Umarmungen verteilte.

Die Stunde verflog geradezu – und es blieb leider dabei. Nach genau 60 Minuten und ohne Zugabe, aber mit dem Versprechen, bald nach Wien zurückzukehren, verabschiedeten sich Bush auch schon wieder und räumten die Bühne für den Hauptact des Abends.

Smashing Pumpkins: Psychodelischer Rock durch und durch

Einen kompletten Stil-Umschwung gab es schließlich, als The Smashing Pumpkins pünktlich um 20.45 Uhr erschienen. Im typischen langärmligen T-Shirt und mit dem Blick voller Weltschmerz ließ Billy Corgan die Gitarre bei “Quasar” und “Panopticum” zum Auftakt kreischen. Auch seine “Kürbis”-Kollegen zeigten von Anfang bis zur letzten Minute ein hervorragendes Spiel, insbesondere Bassistin Nicole Fiorentino (die zur offensichtlichen Freude der männlichen Fans auch optisch einiges hermachte). Vom neuen Album “Oceania” gab es eher weniger zu hören, auch die Pumpkins mischten zahlreiche ältere Hits dazu.

Mitunter schleppte sich der Auftritt der Band jedoch ein wenig dahin, erst bei bekannteren Songs wie “Rocket” oder “Disarm” wurde die Arena wieder munterer und sang lauthals mit. Corgan gab in der ersten Hälfte des Sets den in sich gekehrten Nachdenker, der schweigsam am Bühnenrand umhertigerte. Ab der zweiten Hälfte wurden die Pumpkins jedoch gesprächiger, Bassistin Fiorentino outete sich etwa als großer Wien-Fan, verriet sogar, wo sie ihr Tattoo im Gustav Klimt-Stil am Körper trug (am Handgelenk). Billy Corgan röchelte an dem Abend zwar etwas, da er sich zuvor in Frankreich scheinbar eine Verkühlung eingefangen hatte, zeigte sich aber erfreut über den Abend, denn: “Wir haben gestern unser 25-jähriges Bandjubiläum gehabt. Schön, es nochmal hier in dieser wunderschönen Stadt feiern zu können.”

Zwar hatte man das Gefühl, dass die Stimmung in der Arena bei Bush durchaus lebhafter pulsierte, die Smashing Pumpkins ließen aber mit viel Können und ihrem melancholischen, melodiösen Potpurrie aus massivem Gitarrenrock und psychedelischen Klängen den Abend gelungen ausklingen. Für die Rock-Fans boten die beiden Auftritte somit eine gute Mischung, bei der wohl für jeden Geschmack etwas dabei war.

Red./(ABE)

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