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The Royal Train - Kritik zum Film

Der österreichische Dokumentarfilmer Johannes Holzhausen hat eine skurrile Gesellschaft begleitet: Margareta von Rumänien, Nachfahrin des letzten rumänischen Königs, die in der jetzigen Republik mit einem royal ausstaffierten Zug durchs Land fährt, der von den Menschen entlang der Strecke bejubelt wird. Holzhausen zeigt mit Augenzwinkern einerseits, wie leer die monarchischen Rituale in einer Zeit wirken, welche das Königstum abgeschafft hat und porträtiert zugleich die Entwicklung eines osteuropäischen Staates auf der Suche nach Identität.

Monarchien haben aus Sicht westlicher Demokratien ja ohnehin den nostalgischen Charme des Aus-der-Zeit-Gefallenseins. Besonders deutlich wird diese Anmutung aber, wenn die Monarchie selbst Geschichte geworden ist wie im postkommunistischen Rumänien. Dies zeigt mit schelmisch-liebevollem Blick "The Royal Train" des Salzburger Filmemachers Johannes Holzhausen. Ab Freitag im Kino.

The Royal Train - Kurzinhalt zum Film

Der Regisseur begleitet dabei mit der Kamera den letztlich fiktiven Hofstaat von Prinzessin Margarita. Die Tochter des 1947 abgesetzten Königs Michael I. reist als "Hüterin der Krone" gemeinsam mit ihrem Gatten Radu, einem ehemaligen Schauspieler, im Salonwagen durch die rumänische Walachei, um auf Provinzbahnhöfen die örtliche Bevölkerung zu grüßen, die mit den royalen Usancen so gar nicht mehr vertraut ist.

Wie bereits in "Das große Museum" tritt Holzhausen dabei als Beobachter auf, führt keine Interviews, liefert wenige Erklärung, sondern betrachtet mit der Kamera das Geschehen. Er zeigt den Stress des Rote-Teppich-Verlegens in Landbahnhöfen, das Fähnchenverteilen an semiengagierte Zuschauer, die Einschulung der örtlichen Honoratioren, wie man das Prinzenpaar begrüßt.

The Royal Train - Die Kritik

Holzhausen widmet sich den "Höflingen", die sich eilen, ein antiquiertes Protokoll einzuhalten und damit nur im Brennglas verdeutlichen, wie sehr protokollarische Insignien als Halt dienen, wenn die reale Macht perdu ist. Holzhausen zeigt lakonisch, wie die Ernennung von "Hoflieferanten" zur unfreiwillig komischen Werbeveranstaltung wird, begleitet die Arbeiten in einer kleinen Gießerei, in der Lenin-Statuen eingeschmolzen werden, um daraus eine Büste von Ferdinand I. zu rekonstruieren

Und immer wieder zeigt er die knapp 70-jährige Margarita, stets mit heiligem Ernst die royale Lobbyarbeit betreibend, auch wenn die Königshymne vom Band nur wenig Glamouröses an sich hat. "Ich bin nicht auf der Suche nach Bewunderung. Wir wollen inspirieren", diktiert sie dem Biografien in den Block. Und so hat das Ende von "Royal Train", in dem der royale Zug mit dem Sarg des im Schweizer Exil verstorbenen Michael durch die Nacht fährt, etwas von Abgesang auf ein europäisches Zeitalter, allerdings ohne Wehmut.

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(APA/Red)

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