The Ice Road - Kritik und Trailer zum Film

Der erfahrene Trucker Mike McCann (Liam Neeson) und sein Bruder Gurty (Marcus Thomas) machen sich mit einem Team weiterer Fahrer (Laurence Fishburne, Amber Midthunder) auf, die Verschütteten einer Diamantenmine zu retten - wofür sie über die legendären Eisstraßen im Norden Kanadas schweres Geschütz transportieren müssen. Und das, obgleich diese bereits im Tauen begriffen sind. So wird die Mission zum Wettlauf mit der Zeit. Und den Bergleuten geht langsam die Luft aus.

Liam Neeson ist in den 13 Jahren seit "96 Hours" zu einem eigenen Subgenre geworden. Er spielt in einem Film nach dem anderen einen Kerl mit besonderen Fähigkeiten. Nachdem er in "Hard Powder" 2019 sein Können als Schneepflugfahrer dargelegt hat, beweist der 69-jährige Ire in "The Ice Road" erneut, dass winterliche Wetterbedingungen ihm nichts anhaben können. Das ist unfreiwillig lustig. Ab Freitag im Kino.

The Ice Road - Kurzinhalt zum Film

Neeson spielt Mike McCann, der sein Leben riskiert, weil 26 Bergleute in einer kanadischen Diamantenmine durch eine Explosion unter der Erde begraben wurden. In 30 Stunden geht ihnen der Sauerstoff aus. Um die Männer zu befreien, wird ein 30 Tonnen schwerer Bohrlochkopf benötigt. Aber so etwas kann man nicht in ein so abgelegenes Gebiet fliegen. Flugzeuge können dort nicht landen und ein Helikopter kann so ein Gewicht nicht tragen. Der einzige Weg sind Lastwagen, und die einzige Möglichkeit für diese Lastwagen, rechtzeitig dorthin zu gelangen, besteht darin, die sogenannten Eisstraßen zu nehmen, Wege, auf zugefrorenen nördlichen Seen, die nur in den Wintermonaten benutzt werden, wenn das Eis auch dick genug ist.

Aber es ist April, alle Fahrer sind auf dem Weg nach Hawaii oder wo auch immer sie in der Nebensaison hinfahren. Und das Eis schmilzt. Kein Trucker würde ein solches Selbstmordkommando versuchen. Naja, fast kein Trucker. Zufällig ist Neesons McCann in der Nähe. Gemeinsam mit seinem Bruder Gurty (Marcus Thomas), der an Sprachlosigkeit und posttraumatischer Belastungsstörung leidet, weil er im Irakkrieg war, einer jungen Trucker-Frau (Amber Midthunder), und dem Teamleiter Jim (Laurence Fishburne, der viel zu früh und völlig sinnlos abdankt), macht er sich auf Richtung Norden. Im Schlepptau ist auch ein dubioser Versicherungsbeamter (Benjamin Walker), der nichts Gutes im Schilde führt.

Während den eingeschlossenen Bergleuten immer mehr die Luft ausgeht, vielleicht auch weil es uns völlig egal ist, ob sie überleben, stoßen die Trucker auf ihre eigenen Komplikationen: Lawinen, Schneestürme, schmelzendes Eis, Firmenintrigen, uralte Brücken und Tannenbäume.

The Ice Road - Die Kritik

Wenn man bedenkt, dass Liam Neeson inzwischen fast 70 Jahre alt ist, und in einem Actionfilm nach dem anderen mitspielt, ist es ein Wunder der Geriatrie. Er spielt dabei immer eine Variation derselben Figur: ein stählerner, aber weichherziger Mann mit entweder einem harten Beruf, einer harten Vergangenheit oder beidem, der mit einer unmöglichen Situation konfrontiert wird, in der er brachiale Gewalt anwenden muss. Von der Rettung eines Flugzeugs in "Non-Stop" über einen Zug in "The Commuter" bis hin zu verschiedenen Possen auf der Straße in "The Marksman" und dem Kampf mit einem Wolfsrudel in "The Grey", um nur einige zu nennen, wurde der Ire irgendwie zum Actionheld seiner Generation.

Aber es ist einfach nicht so spannend, ihm und den anderen Fahrern dabei zuzusehen, wie sie immer geradeaus fahren. Die Tatsache ist, dass Neeson wirklich ein paar besondere Fähigkeiten besitzt (man denke an "Kinsey", "Silence" und "Schindlers Liste"). Allerdings kann er sie in dieser Art von Filmen nur wenig einsetzen. Was das Eis angeht, es wird dünner und dünner - was man auch von der abgedroschenen Handlung sagen könnte. In einer Szene kentern zwei Lastwagen und werden scheinbar innerhalb von weniger als einer Minute wieder aufgerichtet. Wenn es nicht unfreiwillig lustig wäre, wäre es ziemlich absurd. Auch das titelgebende Eis ist oft eine Enttäuschung, da vieles davon eindeutig in der Postproduktion entstanden ist.

Die Idee, das Subgenre Neeson mit dem französischen Klassiker "Lohn der Angst" (1953) zu verbinden - über Fernfahrer, die versuchen, mit einer Ladung Nitroglyzerin über tückische Bergstraßen in Südamerika zu kommen - ist in der Theorie keine schlechte Idee. Der Autor und Regisseur Jonathan Hensleigh (der insbesondere die Michael Bay-Klassiker "The Rock" und "Armageddon" mitgeschrieben hat), will eine Hommage an Henri-Georges Clouzots Trucker-Film im Sinn gehabt haben. In der Praxis ist "The Ice Road" jedoch so oft billig und plump, dass nicht einmal Liam Neeson den Film davor retten kann, im eiskalten Wasser zu versinken.

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(APA/Red)

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