Ted Ligety ist neuer Riesentorlauf-Weltmeister

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Auf dem Papier ist es Platz drei, aber die Bronzemedaille des Salzburgers Philipp Schörghofer im WM-Riesentorlauf von Garmisch-Partenkirchen erstrahlt mit einem besonderen Glanz.
WM-Medaillengewinner
Reaktionen nach dem RTL
Jubelnde Medaillengewinner
Schörghofer-Steckbrief

Den vielen verletzungsbedingten Ausfällen zum Trotz errangen die rot-weiß-roten Skiherren ihre zweite Medaille. Gold ging an den US-Amerikaner Ted Ligety, Silber an den Franzosen Cyprien Richard. Der ÖSV schaffte es bei der 41. WM damit bisher sechsmal auf das Podest.

Österreichs Skiteam hatte für den Riesentorlauf mit Marcel Hirscher, Benjamin Raich und Hannes Reichelt drei Medaillenanwärter vorgeben müssen, aus dem an den Start gebrachten Quartett hatte Hinterstoder-Sieger Schörghofer die besten Chancen – und der Pokerspieler stach zu. “Die letzten zwei Wochen waren unglaublich, ich möchte mich bei allen bedanken, die mir auf dem langen Weg geholfen haben”, sagte der Filzmooser, der nach Silber im Teambewerb seine zweite Medaille in Garmisch-Partenkirchen eingefahren hatte.

Für den ÖSV war es die bereits sechste Medaille in Garmisch-Partenkirchen, zuvor hatte Elisabeth Görgl Gold in Abfahrt und Super-G gewonnen sowie Anna Fenninger ebenfalls mit dem Titelgewinn in der Super-Kombination überzeugt. Dazu waren Silber von Hannes Reichelt im Super-G und Team-Silber gekommen. In der Medaillenwertung liegt Österreich deutlich vor Italien und den USA.

Schörghofer musste bis zum Schluss zittern, er saß auf Rang drei und damit dem Schleudersitz, als der zur Halbzeit führende Aksel Lund Svindal ins Rennen ging. Doch der Kombi-Weltmeister aus Norweger verpasste auf dem von ÖSV-Riesentorlauf-Trainer Andreas Puelacher gesteckten Kurs Bronze um 6/100 Sekunden. “Es war brutal im zweiten Durchgang, Ligety ist ein verdienter Weltmeister”, meinte Schörghofer zum Rennausgang. Der Halbzeitdritte Ivica Kostelic aus Kroatien wurde 13..

Ligety hat drei Saisonrennen gewonnen, auch der sonst sehr coole US-Läufer war angespannt in die Entscheidung gegangen. “Ich habe gewusst, dass ich schnell bin. Ich war ziemlich nervös, aber es ist weniger nervenaufreibend, wenn man Vierter ist nach dem ersten Durchgang. Ich musste alles geben, das ist gelungen”, meinte der 26-Jährige, der sich um 8/100 vor Cyprien Richard durchgesetzt hatte. “Ich bin auch schon einmal Vierter gewesen und wollte unbedingt aufs Podest. Morgen werde über die acht Hundertstel vielleicht nachdenken, ich bin aber auch sehr froh mit Silber”, sagte der Franzose. Schörghofer hatte als Dritter bereits 0,43 Sekunden Rückstand.

Von 18 auf 11 verbesserte sich Romed Baumann, dem es im Finale nicht gelang, auf dem “toten Schnee” richtig Gas zu geben. “Der zweite Lauf war eine ganz gute Leistung. Ich bin zufrieden damit”, meinte der Tiroler, der im Teambewerb Silber erobert hatte, in seinen Einzelrennen aber nicht in die Medaillenränge gekommen war. “Da war das Glück nicht ganz auf meiner Seite mit einem vierten und einem sechsten Platz. Ich hoffe, dass ich bei der nächsten WM um eine Einzelmedaille mitfahre.”

Björn Sieber und Stephan Görgl, die Last-Minute-Tickets für das Rennen bekommen hatten, mussten sich mit 22 und 23 begnügen. “Sportlich war das zu wenig, aber es war eine tolle Erfahrung”, meinte der Steirer Görgl, der in den vergangenen Wochen von Rückenprobleme geplagt worden war, aber bei der WM ohne Schmerzmittel fuhr. “Mein WM-Resümee ist positiv. Für mich war es sensationell, dass ich noch einmal starten durfte. Das war für mich ein wichtiger Schritt an die Spitze”, sagte der 21-jährige Sieber, der auch in der Super-Kombi einen Einsatz erhalten hatte (13.)

 

Herren-RTL

1. Ted Ligety USA 2:10,56
2. Cyprien Richard FRA 2:10,64
3. Philipp Schörghofer AUT 2:10,99
4. Aksel Lund Svindal NOR 2:11,05
5. Kjetil Jansrud NOR 2:11,29
6. Thomas Fanara FRA 2:11,32
7. Carlo Janka SUI 2:11,48
8. Didier Cuche SUI 2:11,49
9. Gauthier de Tessieres FRA 2:11,50
10. Marcus Sandell FIN 2:11,66
11. Romed Baumann AUT 2:11,77
12. Bode Miller USA 2:11,83
13. Justin Murusier SUI 2:11,90
. Ivica Kostelic CRO 2:11,90
15. Fritz Dopfer GER 2:11,97
16. Leif Kristian Haugen NOR 2:12,06
17. Manfred Mölgg ITA 2:12,17
18. Matts Olsson SWE 2:12,19
19. Ondrej Bank CZE 2:12,39
20. Davide Simoncelli ITA 2:12,51
21. Marc Berthod SUI 2:12,58
22. Björn Sieber AUT 2:12,62
23. Stephan Görgl AUT 2:12,65
24. Sandro Viletta SUI 2:12,75
25. Truls Ove Karlsen NOR 2:12,92
26. Matic Skube SLO 2:13,08
27. Andreas Romar FIN 2:13,17
28. Giovanni Borsotti ITA 2:13,32
29. Stefan Luitz GER 2:13,36
30. Massimiliano Blardone ITA 2:13,62
Erster Durchgang:
1. Aksel Lund Svindal NOR 1:02,08
2. Philipp Schörghofer AUT 1:02,13
3. Ivica Kostelic CRO 1:02,31
4. Ted Ligety USA 1:02,33
5. Didier Cuche SUI 1:02,46
6. Carlo Janka SUI 1:02,57
7. Cyprien Richard FRA 1:02,79
8. Gauthier de Tessieres FRA 1:02,86
9. Kjetil Jansrud NOR 1:03,01
10. Thomas Fanara FRA 1:03,32
18. Romed Baumann AUT 1:03,72
23. Björn Sieber AUT 1:03,89
25. Stephan Görgl AUT 1:03,91
Zweiter Durchgang:
1. Bode Miller USA 1:07,82
2. Cyprien Richard FRA 1:07,85
3. Tomas Fanara FRA 1:08,00
. Justin Murusier SUI 1:08,00
5. Romed Baumann AUT 1:08,05
6. Marcus Sandell FIN 1:08,10
7. Ted Ligety USA 1:08,23
8. Kjetil Jansrud NOR 1:08,28
9. Matts Olsson SWE 1:08,34
10. Marc Berthod SUI 1:08,38
14. Björn Sieber AUT 1:08,73
15. Stephan Görgl AUT 1:08,74
19. Philipp Schörghofer AUT 1:08,86
21. Aksel Lund Svindal NOR 1:08,97
23. Didier Cuche SUI 1:09,03
32. Ivica Kostelic CRO 1:09,59
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