Teamporträt Rumänien - Piturca führte Team neuerlich zur EM

Die rumänische Fußball-Nationalmannschaft hat sich nach einer langjährigen Auszeit wieder für ein großes Turnier qualifiziert. Teamchef Victor Piturca gilt als Erfolgsgarant.

Die rumänische Fußball-Nationalmannschaft hat sich nach einer langjährigen Auszeit wieder für ein großes Turnier qualifiziert. Während in den „Goldenen Jahren“ (1990 – 2000) noch „Karpaten-Maradona“ Gheorghe Hagi im Mittelpunkt der damaligen fußballerischen Hochzeit stand, gilt heute Teamchef Victor Piturca als EM-Quali-Erfolgsgarant. Der 51-Jährige hatte die Rumänen auch schon 2000 zur EURO in Belgien und den Niederlanden geführt, war damals aber vor dem Turnier abgesetzt worden.

Die Rumänen blieben in der Qualifikation für die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz bisher ohne Niederlage und lösten bereits zwei Runden vor Schluss das Endrunden-Ticket. Die Piturca-Elf hatte nur gegen den vermeintlichen Favoriten der Gruppe G, Niederlande (0:0), und Bulgarien (2:2) Punkte lassen müssen.

Die Stars im Kollektiv
Im starken Kollektiv der „Gelben“ stechen mit Innenverteidiger Christian Chivu (Inter Mailand) und Adrian Mutu (Fiorentina) zwei Italien-Legionäre hervor. Der 28-jährige Mutu, der zumeist mit Stuttgart-Stürmer Ciprian Marica (drei Tore) stürmt, ist mit sechs Treffern der beste Quali-Torschütze seines Nationalteams und macht somit wieder positive Schlagzeilen. Im Oktober 2004 war der Stürmer noch wegen nachgewiesenen Kokainkonsums von Chelsea gefeuert und für sieben Monate national und international gesperrt worden. Über den „Umweg“ Juventus Turin war er schließlich zu Fiorentina gewechselt, wo er in der vergangenen Saison 15 Tore erzielte.

Den Trainerposten bekleidet trotz der verpassten Qualifikation für die WM in Deutschland im vergangenen Jahr (3. Platz/zwei Punkte hinter Tschechien und Gruppensieger Niederlande) nach wie vor Piturca. Der 51-Jährige, der bereits von Juli 1998 bis November 1999 Teamchef war und die EM-Qualifikation schaffte, danach aber wegen eines Streits mit Kapitän Hagi abgesetzt wurde, hat im Dezember 2004 die Nachfolge von Rumäniens „Trainer des 20. Jahrhunderts“, Anghel Iordanescu, angetreten.

Die „Goldene Generation“ ist Geschichte
Iordanescu hatte das Nationalteam zum größten Erfolg in der Geschichte der „Federatio Romania de Fotbal“ (FRF) geführt: bei der WM in den USA 1994 kam erst im Viertelfinale im Elfmeterschießen (4:5) gegen Schweden das Aus, nachdem Hagi und Co. dem Vorrundengruppensieg einen sensationellen 3:2-Achtelfinalerfolg gegen Argentinien hatten folgen lassen. Dazu qualifizierte sich die rumänische Nationalelf unter seiner Ägide auch für die EM 1996 in England (Vorrundenaus mit null Punkten) sowie die WM 1998 in Frankreich, wo sie immerhin bis ins Achtelfinale (0:1 gegen Kroatien) vorstieß.

Die damaligen Erfolge sind eng mit einem Namen verbunden: Hagi. Der sechsfache rumänische Fußballer des Jahres, der im Rahmen seiner Karriere auch bei Barcelona und Real Madrid gespielt hatte, war über mehrere Jahre hinweg die Stütze des Teams und galt als einer der genialsten Spielmacher der 90er Jahre. Eine brillante Technik, Übersicht und ein linker Fuß, der Goalies zur Verzweiflung brachte, waren die Markenzeichen des mittlerweile 42-Jährigen, der nach seiner aktiven Zeit von Juni bis November 2001 (Rücktritt wegen verpasster WM-Quali) auch als Teamchef fungiert hatte.

Nach dem Ende der „Goldenen Generation“ mit Hagi, Gheorghe Popescu und Co., die sich zwischen 1990 und 2000 für drei WM- und zwei EM-Endrunden qualifizierte, warteten die Fans lange vergeblich auf einen weiteren Erfolg. Nach dem bisher letzten Highlight, dem EM-Viertelfinale 2000 (unter Emerich Jenei/0:2 gegen Italien) scheiterte der aktuell FIFA-Weltranglistenzwölfte 2002 sowie 2006 in der WM-Qualifikation und dazwischen ging auch die EM-Endrunde 2004 in Portugal (in der Qualifikation hinter Dänemark und Norwegen Dritter) ohne die Südost-Europäer über die Bühne.

Die rumänischen Fans hoffen nun im Juni 2008 in Österreich und der Schweiz auf ein ähnlich gutes Abschneiden ihrer Mannschaft wie 2000, wo nach dem Viertelfinal-Einzug, dem größten EM-Erfolg Rumäniens, in Bukarest Hunderttausende auf die Straßen geströmt waren und die Nacht zum Tag gemacht hatten.

Daten und Fakten
Größe: 238.391 km2
Einwohner: 21,634 Mio.
Hauptstadt: Bukarest
Staatsform: Republik
BIP (Dollar pro Kopf): 3.910
Verband: Federatio Romania de Fotbal (FRF/gegründet 1909)
Homepage: http://www.frf.ro
FIFA-Beitritt: 1923
Ausrüster: Adidas
Dressen: Gelb
EM-Teilnahmen: 4 (1984, 1996, 2000, 2008)
Größte Erfolge: WM-Viertelfinalist 1994, 7 WM-Teilnahmen
FIFA-Weltrangliste: 12.
Teamchef: Victor Piturca (2. Amtszeit seit 8. Dezember 2004)
Bekannteste Spieler: Cristian Chivu (Inter Mailand), Adrian Mutu (Fiorentina), Ciprian Marica (Stuttgart)

  • VIENNA.AT
  • Fussball EM 2008
  • Teamporträt Rumänien - Piturca führte Team neuerlich zur EM
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen