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Tausende Soldaten rückten am Montag in die Kasernen ein

Zeitlich und örtlich versetzte Einrückung in der Wiener Maria-Theresien-Kaserne
Zeitlich und örtlich versetzte Einrückung in der Wiener Maria-Theresien-Kaserne ©APA/ROBERT JAEGER
Am Montag rückten österreichweit fast 4.000 Soldaten in die Kasernen des Bundesheeres ein, 2.300 davon Milizsoldaten und 1.500 Grundwehrdiener.
Milizsoldaten rückten in Wien ein

Hotspot war die Wiener Maria-Theresien-Kaserne, wo zwei Milizkompanien mit 300 Soldaten und 230 Rekruten einrückten.

Milizsoldaten wurden mobil gemacht

Wegen der Corona-Pandemie wurden erstmals in der Geschichte des Landes Milizsoldaten mobilgemacht. Sie sollen die Polizei bei Grenzkontrollen sowie bei der Grenzraumüberwachung und bei der Bewachung kritischer Infrastruktur unterstützen und lösen jene Soldaten, die bisher in Assistenzeinsatz waren, ab.

In Wien rückten zwei Miliz-Kompanien zeitlich versetzt ein, eine am Vormittag, eine am frühen Nachmittag. Die Soldaten mussten sich mit einem Meter Abstand anstellen und als erstes ihre Hände desinfizieren. Danach bekamen sie eine Bundesheer-Maske, mussten einen Gesundheits-Fragebogen ausfüllen und einen Coronatest machen. Den Soldaten wurde auch Fieber gemessen, so dass Verdachtsfälle sofort isoliert werden konnten. Später wurde die persönliche Ausrüstung ausgeteilt. Die Ergebnisse der Tests sollen spätestens am Donnerstag vorliegen. Soldaten, die positiv sind, werden in Heimquarantäne entlassen.

Milizsoldaten werden Botschaften bewachen

Eine der Wiener Kompanien wird in Wien bleiben und für die Botschaftsbewachungen eingesetzt, die zweite bekommt ihre Einsatzvorbereitung in Allentsteig und wird dann im Burgenland an der Grenze eingesetzt. Bei der Einsatzvorbereitung üben die Soldaten das Schießen, gewöhnen sich wieder an das Soldatenleben und werden mit den rechtlichen Grundlagen ihres Einsatzes vertraut gemacht. Ein junger Soldat, der im Zivilberuf IT-Spezialist ist, zeigte sich im Gespräch mit der APA hoch motiviert. Er freue sich auf den Einsatz, "auf die Abwechslung und darauf, meine Kameraden wieder zu sehen".

"Historisches Ereignis"

Der Wiener Militärkommandant Kurt Wagner sprach von einem "historischen Ereignis" und versicherte, dass das Bundesheer alles tue, um die Gesundheit der Soldaten zu schützen. Die Frage, ob sich die Milizsoldaten auf ihren Einsatz freuen, beantwortete er mit "sowohl als auch". Es gebe viele, die das sehr gerne machen und andere, die sich weniger freuen. Nach seinen Angaben hat rund ein Drittel aus beruflichen oder privaten Gründen einen Antrag auf Befreiung vom Einsatz gestellt. Manche Soldaten scheiden aus gesundheitlichen Gründen aus. Wie viele genau im Einsatz stehen werden, wird sich somit erst zeigen.

Wie es den Grundwehrdienern, die im April und Mai einen zwei monatigen Aufschubpräsenzdienst leisten mussten, ergangen ist, konnte das Militär in Wien nicht genau sagen, weil hier nur wenige im Sanitätswesen tätig sind. "Bei mir sind es nur sieben Rettungssanitäter, die bisher sehr viel zu tun hatten." Beschwert habe sich keiner, ganz im Gegenteil, sagte Garde-Kommandant Stefan Kirchebner im Gespräch mit der APA.

Wagner nutzte den Milizeinsatz dafür, um auf die fehlende Schutzausrüstung und Fahrzeuge bei der Miliz aufmerksam zu machen. Auch Generalstabschef Robert Brieger wies im "Presse"-Interview auf die erforderlichen Investitionen hin: "Da gibt es einen hohen Nachholbedarf, es ist dringend notwendig, Ressourcen zuzuführen."

1.400 der 2.300 einberufenen Milizsoldaten eingerückt

Von den 2.3000 zum Einsatzpräsenzdienst einberufenen Milizsoldaten sind am Montag 1.400 eingerückt. Das teilte das Ministerium Montagnachmittag der APA mit. Damit wurden fast 40 Prozent der einberufenen Soldaten vom Einsatz befreit.

Im März war noch von 3.000 Milizsoldaten die Rede, die einberufen hätten werden sollen. Diese Zahl wurde aber auf 2.300 reduziert, weil offenbar nicht so viele benötigt werden. Davon rückten nur 1.400 ein.

Das Bundesheer begründete den hohen Befreiungsgrad mit der langen Dauer des Einsatzes. Der durchschnittliche Befreiungsgrad bei Übungen betrage rund 30 Prozent. "Da es sich hier jedoch um einen mehrmonatigen Einsatz handelt, ist der etwas höhere Grad von Befreiungen verständlich und nachvollziehbar", hieß es seitens des Ressorts.

Man habe versucht, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der militärischen Notwendigkeit und den wirtschaftlichen Erfordernissen zu finden. Das sei gelungen, die Miliz werde die Aufträge erfüllen können.

Die Milizsoldaten werden jene Aufgaben übernehmen, die bisher von Berufssoldaten und Rekruten, deren Präsenzdienst wegen der Coronakrise verlängert wurden, erfüllt wurden. Konkret sind das die Überwachung der Staatsgrenze, die Unterstützung beim Grenzmanagement und die Überwachung kritischer Infrastruktur.

(APA/Red)

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