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Tag der Pflege: Frauen laut Ministerin Raab unverzichtbar

Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) betonte zum Tag der Pflege die wichtige Rolle der Frauen in diesem Bereich
Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) betonte zum Tag der Pflege die wichtige Rolle der Frauen in diesem Bereich ©APA/GEORG HOCHMUTH
Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege hat Frauenministerin Susanne Raab die zentrale Bedeutung von Frauen in diesem Bereich hervorgehoben. Berufsvertreter fordern zudem eine bezahlte Ausbildung.
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Frauen stellen im Pflege-Sektor die Mehrheit der Beschäftigten stellen, wie Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) betonte. "Die herausfordernden Wochen, die hinter uns liegen, haben uns deutlich vor Augen geführt, wie sehr die Gesellschaft auf die systemrelevante Arbeit der Frauen vor allem im Pflegebereich angewiesen ist", sagte Raab.

Gesundheitssektor: 85 Prozent Frauen

In Österreich seien fast 95.000 Personen im Gesundheitssektor tätig, der Anteil von Frauen in der Gesundheits- und Krankenpflege liege bei rund 85 Prozent, teilte ihr Ressort in einer Aussendung mit. Von den rund 800.000 pflegenden Angehörigen seien mehr als 70 Prozent Frauen. "Auch ihnen sollte am Tag der Pflege unser aufrichtiger Dank und unsere Hochachtung gelten", so Raab.

Heinisch-Hosek fordert bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege

Kritik kam umgehend von der SPÖ-Frauenvorsitzenden Gabriele Heinisch-Hosek. "Applaus alleine ist zu wenig! Die Arbeit in der Pflege ist anstrengend und geht mit großer Verantwortung einher. Es braucht bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte", betonte die ehemalige Bildungs- und Frauenministerin. Das SPÖ-Konzept zur Pflege sehe einen staatlichen Pflegegarantiefonds, um langfristig finanzielle Sicherheit zu schaffen, bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte sowie einen Rechtsanspruch auf Pflegeteilzeit und Pflegekarenz vor.

Tag der Pflege: Berufsvertreter fordern bezahlte Ausbildung

Das Berufsfeld Pflege und Personenbetreuung muss attraktiver gemacht werden, dazu muss man bei der Ausbildung ansetzen. So lautet eine der Forderungen von Berufsvertretern und Sozialpartnern am Internationalen Tag der Pflegenden. "Die aktuelle Krise hat uns eindringlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, ausreichend Pflegekräfte zu haben", konstatierte Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl.

Laut AK muss man jetzt Vorsorge für die Zukunft treffen, um mögliche Engpässe im Pflegebereich zu verhindern. Bis 2030 würden laut Prognosen rund 76.000 Pflegekräfte zusätzlich benötigt werden. Entscheidend dafür, dass sich mehr Personen für den Berufszweig interessieren, seien kostenlose Ausbildungen. "Eine Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich darf nichts kosten, im Gegenteil: Sie muss was bringen", hieß es in einer Aussendung.

ÖGKV: Bezahlung während der Ausbildung notwendig

Noch klarer ist die Position des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands (ÖGKV): Um dem Mangel an Arbeitskräften entgegenzuwirken, sei sogar "eine Bezahlung während der Ausbildungen notwendig". Insgesamt müsse das Image der Pflegeberufe in der Bevölkerung verbessert werden - wie auch die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen, die derzeit nicht auf Augenhöhe stattfinde.

Gewerkschaft pocht auf besseren Coronavirus-Schutz

Die Gewerkschaft vida will angesichts der Covid-19-Pandemie einen besseren Schutz vor ansteckbaren Krankheiten im Sektor Pflegeberufe verwirklicht sehen. Eine zentrale Forderung sind flächendeckende Corona-Testungen. Punkto Schutzausrüstung fühlen sich laut einer von der Gewerkschaft unter Beschäftigten der Branche durchgeführte Umfrage nur 46 Prozent gut geschützt.

Dass Pflegeberufe durch die Coronakrise bereits eine Aufwertung erfahren haben, glaubt Johannes Wallner, der Vorsitzende der Zertifizierungseinrichtung für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung. Wie Wallner am Dienstag mitteilte, haben in diesem Jahr zehn weitere Vermittlungsagenturen die Anforderungen von Sozialministerium und Wirtschaftskammer für das Qualitätszertifikat (ÖQZ) in der 24-Stunden-Betreuung erfüllt. Die ersten 16 Vermittlungsagenturen waren 2019 überprüft worden.

(apa/red)

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