Tag 11 im Ukraine-Krieg: Putin gibt sich kompromisslos

Bild aus Irpin am 11. Tag des Ukraine-Krieges.
Bild aus Irpin am 11. Tag des Ukraine-Krieges. ©AP Photo/Emilio Morenatti
Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Sonntag, dem 11. Tag der Invasion in der Ukraine, einmal mehr klargemacht, dass er nicht kompromissbereit ist.
Selenskyj ruft Russen zu Protesten auf
2. Evakuierungsversuch gescheitert
"Kein Ende, bevor wir nicht haben, was wir wollen"

Der "Einsatz" werde erst dann beendet, wenn die Ukraine den Kampf einstelle und die Forderungen Russlands erfüllt würden, sagte Putin laut dem Kreml am Sonntag in einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Putin telefonierte indes auch mit dem israelischen Premier Naftali Bennett, der als möglicher Vermittler gehandelt wird.

Gespräche mit Putin zu Waffenruhe in der Ukraine

Erdogan erneuerte laut seinem Präsidialbüro seine Forderung nach einer Waffenruhe und betonte, dass die Türkei bereit sei, zur friedlichen Lösung des Konflikts beizutragen. Es müssten für eine Waffenruhe, für die Öffnung "humanitärer Korridore" und für die Unterzeichnung eines Friedensabkommens dringend Schritte eingeleitet werden. Am Sonntag telefonierte auch der französische Präsident Emmanuel Macron neuerlich mit Putin, nachdem dieser am Samstag überraschend den israelischen Premier Naftali Bennett empfangen hatte.

Bennett sprach am Sonntag erneut mit Putin

Bennett sprach am Sonntag neuerlich mit Putin. "Der ausführliche Meinungsaustausch über die Situation im Zusammenhang mit der militärischen Spezialoperation Russlands zum Schutz des Donbass wurde (...) fortgesetzt", hieß es in einer Kreml-Mitteilung vom Sonntagabend. Auch ein Sprecher Bennetts bestätigte das Telefonat. Bennett sprach auch mit dem deutschen Kanzler Olaf Scholz und Macron. Am Sonntag telefonierte er zudem das dritte Mal innerhalb von 24 Stunden mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser hatte Bennett zur Vermittlung im Konflikt aufgerufen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen hob nach einem Gespräch mit dem deutschen Kanzler Scholz den grundsätzlichen Charakter des Ukraine-Kriegs hervor. "Das ist nicht nur ein Kampf der Ukraine gegen Russland", sagte sie dem US-Sender CNN. "Es geht auch um den Kampf der Demokratien gegen die Autokratien, und deshalb ist es für uns wirklich existenziell, die Ukraine und ihre großartige Führung auf jede erdenkliche Weise zu unterstützen."

Selensksyj fordert einmal mehr Flugverbotszone über Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinerseits wandte sich direkt an die russische Bevölkerung und rief sie zu Protesten gegen die Invasion der Ukraine auf. "Bürger Russlands! Für Sie ist es nicht nur ein Kampf für den Frieden in der Ukraine! Dies ist ein Kampf für Ihr Land", sagt Selenskyj in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache.

In einer weiteren Videobotschaft bekräftigte Selenskyj auch seinen Appell, eine Flugverbotszone über seinem Land einzurichten. Der von den Anstrengungen der ersten zehn Kriegstage sichtlich gezeichnete Präsident beschuldigte die Invasoren, den Flughafen im westukrainischen Winnyzja mit acht Raketen "vollständig zerstört" zu haben. Es gebe die "Pflicht, uns zu schützen, Menschen zu schützen", betonte er.

Polen will keine Flugzeuge an die Ukraine schicken

Während die polnische Regierung die Lieferung von Flugzeugen russischer Bauart an die Ukraine ablehnte, gab sich US-Außenminister Antony Blinken am Sonntag gesprächsbereit. Die NATO-Partner hätten diesbezüglich "grünes Licht" erhalten, sagte er im US-Fernsehen. Man sei mit der Regierung in Kiew im Gespräch, was benötigt werde. "Wir sehen uns derzeit aktiv die Frage von Flugzeugen an, die Polen an die Ukraine liefern könnte. Und wie wir dann nachliefern könnten, sollte Polen sich entschließen (...) diese Flugzeuge zu liefern", so Blinken.

(APA/Red)

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