Swoboda neuer Präsident des Architekturzentrums

Hannes Swoboda folgt Hannes Pflaum im Az W
Hannes Swoboda folgt Hannes Pflaum im Az W
Der ehemalige Wiener Planungsstadtrat Hannes Swoboda übernimmt von Hannes Pflaum die Präsidentschaft im Vorstand des Architekturzentrum Wien (Az W) und bereitet den Wechsel der Leitung der Institution vor: Man wollen gegen Ende des Jahres die Nachfolge für Gründungsdirektor Dietmar Steiner präsentieren, um eine einjährige Übergabezeit zu ermöglichen, so Swoboda heute bei einer Pressekonferenz.


Man habe in den über 20 Jahren seiner Präsidentschaft “zwei Kontrollamtsprüfungen mit römischen Einsern bestanden”, meinte Pflaum, der auch die Tatsache, dass man 800.000 des rund 2,7 Mio. Euro betragenden Budgets selbst generiere, als “eine außerordentliche Leistung” sah. Auch er werde budgetär “keine Wunder bewirken können”, sagte Swoboda. “Wir alle wissen, dass die finanziellen Spielräume sehr eng sind. Wir werden aber versuchen, für spezielle Ereignisse zusätzliche Finanzierung zu bekommen. Und wir werden durch das gute Programm immer wieder öffentliche und private Unterstützer darauf aufmerksam zu machen, dass es eigentliche Schande ist, wie wenig sie zahlen.”

Trotz Budgetbeschränkungen und Sparprogramm seien die Aktivitäten des vergangenen Jahres – mit u.a. 13 Ausstellungen, 29 Veranstaltungen sowie über 450 Führungen und Workshops – überaus vielfältig gewesen, sagte Steiner. Rund 65.000 Besucher wurden im Az W im Museumsquartier begrüßt.

Vor allem sei 2014 aber “eines der stärksten Archiv- und Sammlungsjahre” des Az W gewesen: Der Roland Rainer-Nachlass werde mit Unterstützung der Stadt Wien ins Az W kommen, in Gesprächen sei man bezüglich des Vorlasses der Architektur-Fotografin Margherita Spiluttini. Übernommen habe man u.a. auch den voluminösen Nachlass von Günther Domenig und den Vorlass von Heinz Tesar, in Bearbeitung befänden sich die Nachlässe von Helmut Richter und Raimund Abraham. Auch nach dem Tode von Hans Hollein stelle sich die Frage, wer dessen Nachlass betreuen werde. “Allein den Nachlass sichten zu können, braucht es eine 1.000 Quadratmeter-Halle.”

“‘Wien. Die Perle des Reiches’ Planen für Hitler” lautet der Titel einer seit zwei Jahren vorbereiteten Schau über Planungs- und Baugeschichte während der Nazizeit, die vom 19. März bis 17. August gezeigt wird. “Wir sind verblüfft über die Ergebnisse, die da herausgekommen sind, etwa über die Kontinuität von den 30er-Jahren bis in die 50er-Jahre. Es ist eine wichtige zeithistorische, kulturhistorische und politische Information, die wir bringen können”, sagte Steiner. Weitere Ausstellungen sind u.a. den Architekten Dieter Henke, Marta Schreieck, Rüdiger Lainer, Walter Stelzhammer und Albert Wimmer (“Fünf in einem Raum”) sowie Max Fabiani (1865-1962) gewidmet. Für 2016 wird ein großer Architekturkongress als “Abschiedsgeschenk für Dietmar Steiner” vorbereitet.

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