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Sunset - Kritik und Trailer zum Film

Die 21-jährige Iris Leiter reist zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Budapest, um in der ungarischen Stadt eine Ausbildung zur Schneiderin zu beginnen. Sie stellt sich in dem namhaften Hutladen ihrer in einem Feuer umgekommenen Eltern vor, doch sie wird abgelehnt. Fortan zieht es Iris durch die Stadt auf der Suche nach einem Geschäft, das sie ausbilden möchte. Dabei erfährt sie durch Zufall von der Existenz eines Bruders.

Für seinen Debütfilm, das KZ-Drama "Son of Saul", wurde der ungarische Regisseur Laszlo Nemes 2015 in Cannes mit Großen Preis der Jury und im Jahr darauf mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet. Umso enttäuschender fällt nun sein Zweitling "Sunset" aus, der im Wettbewerb der Filmfestspiele in Venedig lief und am Freitag in Österreich startet.

Sunset - Kurzinhalt zum Film

Nemes stellt in seinem im Budapest des Jahres 1913 spielenden Film die junge Hutmacherin Irisz Leiter in den Mittelpunkt. Am Prinzip des subjektiven Blicks, der "Son of Saul" zu einem beklemmenden Erlebnis machte, hält er auch hier fest: Seine Hauptdarstellerin Juli Jakab bekommt unter wechselnden Hutkreationen jede Menge Großaufnahmen und muss dabei vor allem große Augen machen. Doch nicht nur ihr, sondern vor allem dem Zuschauer ist das Meiste, mit dem sie es zu tun kommt, ein Rätsel. Nichts wird klar ausgesprochen, alles bleibt vage, wird angedeutet oder zugeraunt.

Manches kann man sich allmählich zusammenreimen: Irisz ist die Tochter der früheren Besitzer eines noch immer unter dem alten Namen Leiter florierenden, doch unter neuem Besitz stehenden, mondänen Hutmachergeschäfts, das sogar Kaiserin Sisi zu seinen Kundinnen zählte. Offenbar kamen die Eltern vor einigen Jahren in einem Feuer unter rätselhaften Umständen ums Leben, Iris wurde nach Triest in eine Lehre gegeben und möchte nun als junge Frau eine Stellung im einstigen Familienbetrieb annehmen. Vom neuen Inhaber Oskar Brill (Vlad Ivanov), der gerade pompöse Jubiläumsfeiern vorbereitet, wird sie zunächst rüde abgewiesen. Doch so leicht lässt sie sich nicht abwimmeln.

Sunset - Die Kritik

Allmählich kommt sie dunklen Geheimnissen auf die Spur und entdeckt, dass sie einen Bruder hat. Doch Kalman hat sich mit einer Bande von Verbrechern verbündet. Es kommt zu brutalen Überfällen auf die Reichen und Adeligen, die zudem in geheime, gefährliche Rituale verstrickt sind, bei denen junge Hutmacherinnen zu Schaden kommen. Es ist eine dekadente Gesellschaft an der Kippe, am Vorabend einer großen Katastrophe - soviel ist klar. Doch Nemes verwendet zu viel kreative Energie in das Komponieren von schönen, wie Gemälde arrangierten und raffiniert ausgeleuchteten Szenen, und zu wenig Überlegung an halbwegs stringentes Erzählen seiner Geschichte. Dieses Versäumnis macht aus dem 142-minütigen "Sunset" ein überlanges, überladenes, düsteres Märchen, das letztlich auf eine einzige zynische Pointe hinausläuft: Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

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(APA/Red)

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