Sundown - Geheimnisse in Acapulco: Kritik und Trailer zum Film

Neil Bennett und seine Schwester Alice befinden sich gerade im gemeinsamen Luxusurlaub in Acapulco, als die Nachricht eintrifft, dass die Mutter der reichen Unternehmerfamilie verstorben ist. Während Alice mit den erwachsenen Kindern Colin und Alexa zurück nach London eilt, bleibt Neil unter einem Vorwand in Mexiko. Er mietet sich in einem billigen Hotel ein, beginnt eine Affäre und lügt die Familie in Europa weiterhin an, um nicht nachreisen zu müssen. Neil hat ein Geheimnis, und die gesamte Situation eskaliert, als Alice mit einem Male vor ihm steht und eine Erklärung verlangt.

Ein kurzer Film zum langen Ende: Hollywoodstar Tim Roth ("Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber") ist Neil, ein kryptischer Charakter, der Michel Francos "Sundown" gänzlich dominiert, so wenig er auch zu sagen hat. Denn in Neils Leben ist so ziemlich alles gesagt. Nach der Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig kommt das sommerlich anmutende, jedoch im Kern dunkle Porträt eines Mannes am Freitag in die heimischen Kinos.

Sundown - Geheimnisse in Acapulco: Kurzinhalt zum Film

Zu Beginn findet sich Neil gemeinsam mit seiner Schwester Alice (Charlotte Gainsbourg) und deren erwachsenen Kindern in einem Luxusressort in Acapulco, dem Mallorca Mexikos. Es herrscht Luxustristesse, eine lethargische Idylle am Infinitypool und eine undefinierbare Fragilität der Situation. Das Ganze kippt, als Alice der Anruf aus London erreicht, dass die Mutter gestorben ist. Während Alice aufgelöst mit den Kindern abreist, kehrt Neil unter dem Vorwand, seinen Pass vergessen zu haben, vom Flughafen an den Strand zurück.

Anstelle der Familie zu folgen, checkt Neil in das nächste - deutlich billigere - Hotel ein. Er besäuft sich am Strand, bandelt mit Berenice an und belügt Alice, die in Europa die Hinterlassenschaft der mit einem Fleischkonzern reich gewordenen Familie regelt - bis sie eines Tages wieder vor Neil am Strand steht und ihn mit seinem Handeln konfrontiert. Der Konflikt in der Familie eskaliert, und doch bleibt Neil kryptisch, wortkarg, lethargisch. Die in der Geschichte noch bevorstehenden Schicksalsschläge bleiben visueller Kommentar.

Sundown - Geheimnisse in Acapulco: Die Kritik

Franco erzählt seine respektive Neils Geschichte über Bilder, nicht über Sprache. Es werden nur wenige Worte gewechselt, wofür Tim Roth mit seinem reduzierten Spiel ohne ein Heben der Augenbraue der ideale Schauspieler ist. Stattdessen setzt der mexikanische Regisseur auf einen eigenen Rhythmus aus kurzen Impressionen, aufflackernden Stimmungsbildern und längeren Aufnahmen, die zunehmend parabelhaft werden. Wasser fungiert als zentrales Symbol, steht Neil doch oft unter der Dusche, schwimmt und schafft doch die intendierte Reinigung nicht. Das Leid der Kreatur, vom Fisch über Muscheln bis zum Schwein wird ausgestellt, strahlt zurück auf den Mensch. Bei allem Sonnenschein am Strand von Acapulco.

(APA/Red)

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