Sukzessionsfragen Ex-Jugoslawiens noch ungeklärt

Nach einer zweijährigen Pause sind Vertreter der Nachfolgestaaten des einstigen Jugoslawien - Serbien, Kroatien, Slowenien, Mazedonien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina - am heutigen Donnerstag in Belgrad zusammengekommen, um die noch verbliebenen Sukzessionsfragen zu lösen.

Einstige ex-jugoslawische Teilrepubliken hatten 2001 in Wien ein Sukzessionsabkommen unterzeichnet, das zwei Jahre später in Kraft getreten war.

Nach Angaben vom Vertreter Serbiens im Ständigen Sukzessionskomitee Gaso Knezevic, wurde das einstige gemeinsame Eigentum Jugoslawiens unter den Nachfolgestaaten zu 95 Prozent aufgeteilt. Zu lösen bleiben allerdings schwierige Fragen von Spareinlagen, gemischten Banken, Militär-, aber auch Firmeneigentum. Strittig ist nach wie vor die Aufteilung von Staatsarchiven, aber auch einigen jugoslawischen diplomatischen Vertretungen, für welche die Nachfolgestaaten bisher nur geringes Interesse zeigten.

Ein nächstes Sukzessionstreffen soll den Ankündigungen nach im nächsten Frühjahr in Sarajevo stattfinden.

Der Kosovo, der im Februar 2008 seine Unabhängigkeit einseitig ausgerufen hat, ist an den Sukzessionsgesprächen nicht beteiligt. Zum Zeitpunkt des Abschlusses vom Sukzessionsabkommen stand der Kosovo als südserbische Provinz unter UNO-Verwaltung. Seine Unabhängigkeit wurde von Serbien und Bosnien-Herzegowina bisher nicht anerkannt. Mazedonien und Montenegro hatten dies im letzten Oktober getan, bisher allerdings noch keine diplomatischen Beziehungen mit Pristina (Prishtina) errichtet.

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