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Sturm nach 3:1 gegen Kärnten im UI-Cup

Die Grazer besiegten Austria Kärnten vor ausverkauftem Haus (15.327 Zuschauer) mit 3:1 und sicherten sich damit die Teilnahme am UI-Cup.

Sie blieben damit zwar hinter der Wiener Austria, die den Absteiger aus Innsbruck mit Mühe besiegte. Doch durch die Niederlage des LASK in Mattersburg sicherte “Winterkönig” Sturm Rang vier und den UI-Cup-Startplatz ab. Tormann Josef Schicklgruber beendete mit dem Spiel gegen Kärnten seine Bundesliga-Karriere.

Sturm-Goalie Christian Gratzei wurde vor dem Spiel vom Bundesliga-Vize und Finanzvorstand Reinhard Herovits als bester Torhüter der Saison geehrt, im letzten Saisonspiel ersetzte ihn aber zunächst Schicklgruber. Für den 40-Jährigen war es der letzte Auftritt in der Bundesliga, er beendete nach der Partie seine Karriere. Auch Sebastian Prödl gab eine Abschiedsvorstellung, allerdings nur für Sturm. Der Nationalspieler wechselt nach Saisonende zu Bremen.

Die Gäste, die von ihren jüngsten acht Spielen nur eines (gegen Meister Rapid) verloren hatten, machten den gastgebenden “Blackys” zu Beginn das Leben schwer. Chiquinho setzte den Ball nach neun Minuten nur knapp am Grazer Tor vorbei, Junuzovic prüfte mit einem 25-Meter-Kracher Schicklgruber (27.). Bei einem Zweikampf von Sonnleitner und Wolf im Strafraum fiel der Kärntner, doch die Pfeife von EURO-Schiedsrichter Konrad Plautz blieb stumm (15.). Auf der Gegenseite köpfelte Muratovic nur knapp an der rechten Stange vorbei (11.).

Nach einem Säumel-Eckball von rechts schraubte sich Prödl am Fünfer in die Lüfte und ließ mit einem wuchtigen Kopfball weder Schranz noch den auf der Linie stehenden Verteidigern eine Abwehrchance – 1:0 (31.). Sturm bekam durch den Treffer Auftrieb und setzte nach. Haas besorgte nach schönem Lochpass von Säumel das 2:0 (39.). Doch wie aus dem Nichts tauchte Kärnten in der Nachspielzeit vor dem Tor der Hausherren auf, Bukva knallte den Ball aus 22 Metern zum Anschlusstreffer ins Netz (45.+4).

Sturms Antwort auf das Tor der Kärntner folgte in den Anfangsminuten der zweiten Hälfte: Stankovic passte auf Kienzl, dieser sorgte vom linken Strafraumeck für das 3:1 (48.). Die Elf von Franco Foda übernahm nun endgültig die Kontrolle über das Spielgeschehen. Ein Prettenthaler-Weitschuss aus 18 Metern ging knapp über die Latte (52.). Prödl und Säumel nach einem Solo scheiterten an Schranz (61./71.). Austria Kärntens ersten Torschuss in Durchgang zwei gab Weber erst in der 75. Minute ab.

Emotionen gab es bei den beiden abschließenden Wechseln im Spiel: Erst kam Jantscher für Sturmtank Mario Haas, der mit seinem Treffer gegen Kärnten mit 14 Saisontoren die beste Treffermarke eines Österreichers seit Roland Linz und Sanel Kuljic 2006 aufgestellt hatte. Zwei Minuten vor dem Ende kam Gratzei für Schicklgruber, der von seinen Teamkollegen herzlich in die “Fußball-Pension” verabschiedet wurde.

Meinungen

Franco Foda (Sturm-Trainer): “Ich bin natürlich sehr stolz auf meine Mannschaft, die sich die ganze Saison über toll präsentiert hat. Wir haben unser Saisonziel mehr als erreicht. Vor allem nach dem Winter haben sich nach Problemen, die nicht in unserem Bereich gelegen sind, die Spieler aufgebäumt und Zusammenhalt sowie Klasse bewiesen. Mein großer Dank gilt natürlich auch unseren Fans, die sich unglaublich verhalten haben. Das Umfeld bei Sturm inklusive den Fans zwingt ja gerade dazu, auch in der nächsten Saison vorne mitzuspielen.”

Frenkie Schinkels (Kärnten-Trainer): “In den ersten 30 Minuten hatten wir das Match unter Kontrolle, sogar mehr vom Spiel. Durch Defensivfehler nach Standardsituationen ist uns die Fortsetzung unserer Serie leider nicht gelungen. Das 3:1 gab uns einen Knick, von dem sich das Team nicht mehr erholte. Einige meiner Spieler haben Bundesliga-Qualität vermissen lassen. Aber auch von Sturm hat man in der zweiten Hälfte außer dem Tor nicht mehr viel gesehen.”

Josef Schicklgruber (Sturm-Tormann, nach seinem letzten Bundesligaspiel): “Franco Foda hat mich im Vorjahr angerufen und gefragt, ob ich noch eine Saison anhängen möchte. Für mich war das eine große Ehre. Ich bin aber bereits 18 Jahre in diesem Geschäft, irgendwann muss einfach Schluss sein. Ich mache jetzt einmal die Trainerausbildung zur A-Lizenz in Lindabrunn, dann gehe ich auf Urlaub und schaue erst danach weiter, ob ich dem Fußball in irgendeiner Funktion erhalten bleibe. Ich habe auf allen meinen Stationen schöne Zeiten erlebt – egal ob beim LASK, bei Sturm oder in Pasching. Ein großes Dankeschön möchte ich noch den Sturm-Fans aussprechen, die uns die ganze Saison lang toll unterstützt haben.”

Jürgen Säumel (Sturm-Kapitän, der nach dem Spiel Tränen vergoss): “Es ist sensationell, was in dieser Saison in Graz abgelaufen ist. Man nimmt aus so einer Saison sehr viel mit. Ein großes Dankeschön an die Fans – schade, dass es nicht mehr für den UEFA-Cup gereicht hat. Es ist noch nicht definitiv, dass ich Sturm verlasse. Nach der Saison nehme ich mir eine Woche Zeit, um mir das alles zu überlegen. Die Tränen nach dem Schlusspfiff habe ich nicht deshalb vergossen, weil ich weggehe, sondern weil die Stimmung so sensationell war.” (zu Gerüchten über seinen Wechsel nach Mönchengladbach:) “Mönchengladbach ist ein Traditionsverein und als möglicher Erstligist im nächsten Jahr sicher eine tolle Adresse. Aber wegen der noch anstehenden Absicherung unseres UI-Cup-Platzes wollte ich bisher einfach nicht zu viel über einen Wechsel sprechen.”

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