Stundung ausgelaufen: Zahlreichen Mietern drohen Räumungsklagen

Durch die Corona-Krise sind tausende Mieter von Räumungsklagen bedroht.
Durch die Corona-Krise sind tausende Mieter von Räumungsklagen bedroht. ©pixabay.com (Sujet)
Mit Ende März lief die Stundung von Mieten für April bis Juni im Corona-Jahr 2020 aus. Zahlreiche Mieter sind nun mit Räumungsklagen konfrontiert, weshalb der Vermieterverband eine Staatsgarantie vorschlägt.

Die Mieten für April bis Juni im ersten Coronajahr 2020 mussten von den Vermietern gestundet werden. Diese Stundung ist aber mit Ende März 2021 ausgelaufen, die Mieten müssen nun nachgezahlt werden. Da zahlreiche Mieter dazu nicht in der Lage sind, kommt es vermehrt zu Räumungsklagen.

Der Vermieterverband schlägt daher ein Modell vor, mit dem die Vermieter rasch an ihr Geld kommen und der Staat bis zur Zahlung der Miete die Haftung dafür übernimmt.

Gestundete Mieten: Vorschlag zu Finanzierung über Staatsgarantie

30.000 Mieterinnen und Mieter seien von Mietzins- und Räumungsklagen bedroht, "alleine von unseren mehr als 23.000 Mitgliedern sind uns fast 10.000 solcher Klagen bekannt", schreibt Günter Moser, Präsident des Eigentümer- und Vermieterverbands in einem offenen Schreiben an Landes- und Bundespolitik. Gemeinsam mit der ADVAG (Association der Vermieter auf Gegenseitigkeit zum Schutz vor Mietausfällen) schlägt der Verband vor, dass die Vermieter die gestundeten Mieten über einen Kredit ausbezahlt bekommen.

Für diesen Kredit in Höhe von 300 Mio. Euro müsste die öffentliche Hand bürgen - je zur Hälfte der Bund und die Länder, schlägt Moser vor. Die Bürgschaft würde inklusive Zinsen und Ausfallsrisiko 350 Mio. Euro umfassen. Damit würden 200.000 Mieter entlastet. Die Bundesländer würden je nach Anzahl der Mietwohnungen einzahlen - damit entfielen auf Wien für gut 700.000 Mietwohnungen zumindest 60 Mio. Euro Bürgschaft.

Der Kredit sollte von den betroffenen Mietern über fünf Jahre zurückgezahlt werden. Die Vermieter würden nicht nur die langsamere Rückzahlung akzeptieren, sondern auch die Kreditgebühren bezahlen und 2021 auf eine Zinserhöhung verzichten, um ihren Anteil zu schultern, so der Vorschlag.

(APA/Red)

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