Studie zur Hepatitis-Prävention bei drogenkranken Frauen

In Österreich sind rund 80.000 Menschen von der Infektionskrankheit betroffen.
In Österreich sind rund 80.000 Menschen von der Infektionskrankheit betroffen. ©bilderbox
Drogenkranke Frauen sollen sich nicht auch noch mit Hepatitis infizieren: Mit dem EU-geförderten Projekt "Reduce" läuft seit 1. Dezember 2011 an der MedUni Wien eine über 24 Monate angelegte Studie.

Ziel ist es, die Infektionen von suchtabhängigen Frauen mit Hepatitis C in Österreich und in der EU zu senken. Dabei soll auch die psychische Unterstützung der Patientinnen eine wichtige Rolle spielen.

Zehntausende Betroffene in Österreich

In Österreich ist rund ein Prozent der Bevölkerung, also etwa 80.000 Menschen, von der folgenschweren Infektionskrankheit betroffen. Ein besonders hohes Infektionsrisiko für die oft chronisch verlaufende Erkrankung haben intravenös – mit einer Spritze Substanzen konsumierende – Suchtabhängige: In Österreich sind bis zu 73 Prozent dieser Personengruppe von Hepatitis C betroffen, darunter besonders häufig auch Frauen.

Als eine wichtige Gegenmaßnahme finanziert die EU nun in fünf europäischen Ländern mit “Reduce” ein langfristiges Projekt, um die Verbreitung von Hepatitis C bei Frauen mit Substanzmissbrauch zu reduzieren. Neben Spanien, Schottland, Polen und Italien konnte sich auch die Medizinische Universität Wien die Förderung der EU sichern.

Aufbau ist zweigeteilt

“Das Projekt hat zwei Säulen, auf denen wir aufbauen. Einerseits sind das aktuelle Ergebnisse aus der Literatur, andererseits bereits bewährte Maßnahmen zu Vorbeugung. Daraus wollen wir gendersensitive – das heißt im konkreten Fall besonders gut für Frauen geeignete – psychologische Behandlungsmethoden entwickeln und optimiert anwenden”, erklärte Manfred Maier von der Abteilung Allgemeinmedizin am Zentrum für Public Health der MedUni Wien.

Inhaltlich bedient sich die Studie psychologischer Maßnahmen wie Psychoedukation und Rückfallprophylaxe sowie dem Training zur Reduktion von Risikoverhalten, der Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, dem Umgang mit Stimmungsschwankungen, Persönlichkeitseigenschaften und Gewalt in der Partnerschaft. Bereits in der Vergangenheit erwies sich eine solche Vorgangsweise als effektiv, um das Risikoverhalten von mit Hepatitis C Infizierten zu verbessern. An der Untersuchung sollen insgesamt 400 Betroffene teilnehmen, die Substanzen wie Kokain, Amphetamine und Heroin benutzen.

Hepatitis kann tödlich enden

Die Krankheit Hepatitis C schädigt vorwiegend die Leber und verläuft in rund 80 Prozent der Fälle chronisch. Die Infektion wird ausschließlich über Blut übertragen. Je nach Aktivität der Erkrankung führt unbehandelte Hepatitis C in etwa einem Viertel der Fälle zu Leberzirrhose und in weiterer Folge zu Leberkrebs. Eine Therapie ist zwar in eingeschränkter Form möglich, es steht jedoch bis dato keine Impfung zur Verfügung. Weltweit sind etwa 170 Millionen Menschen mit Hepatitis C infiziert.

(APA)

  • VIENNA.AT
  • Gesundheit
  • Studie zur Hepatitis-Prävention bei drogenkranken Frauen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen