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Studie zeigt: Sommerhitze macht nicht allen gleich stark zu schaffen

Die Studie "EuroHEAT" untersucht den Zusammenhang zwischen Hitzewellen und Sterbefällen.
Die Studie "EuroHEAT" untersucht den Zusammenhang zwischen Hitzewellen und Sterbefällen. ©APA (Sujet)
Dass Hitzewellen den Menschen verschieden stark zu schaffen machen, kann man an der Zahl der Sterbefälle erkennen. Das zeigt die Studie "EuroHEAT", bei der der Zusammenhang zwischen Hitzewellen und einer Zunahme an Sterbefällen bei über 65-Jährigen untersucht wurde.
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Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2010 kann in Städten die Mortalität während Hitzeperioden sogar um ein Drittel zunehmen. Das Ausmaß ist aber von Metropole zu Metropole unterschiedlich. “Lang anhaltende Hitzewellen wirken sich dabei am stärksten auf die Sterblichkeit aus, und die älteren Menschen, vor allem die Frauen, sind am meisten gefährdet”, hielt Daniela D’Ippoliti von den regionalen Gesundheitsbehörden in Rom fest.

Sommerhitze kann Sterblichkeit erhöhen

Sie hatte zusammen mit einem Forscherteam den Zusammenhang zwischen Hitzewellen und einer Zunahme der Sterbefälle bei über 65-Jährigen untersucht und berichtete darüber im Journal “Environmental Health”. Die Folgen der Hitzewellen der untersuchten Jahre 1990 bis 2004, gemessen nach Intensität, Dauer und Zeitpunkt im Sommer, erwiesen sich als bemerkenswert unterschiedlich: Während es in München nur 7,6 Prozent mehr Sterbefälle in der Hitzeperiode gab, waren es in der norditalienischen Metropole Mailand 33,6 Prozent mehr.

Hielt die Hitzewelle an und war äußerst intensiv, führte das an einigen Tagen sogar zu einer eineinhalb- bis dreifach erhöhten Sterblichkeit, besagte die Studie. Mehr Senioren raffte der “Backofen” in mediterranen Städten (plus 21,8 Prozent) als in nördlichen Metropolen (plus 12,4 Prozent) dahin. Allein in München nahmen die Todesfälle durch Atemwegserkrankungen nicht deutlich zu.

Studie soll Sterbefälle durch Hitze vorbeugen

Bei ihrem “EuroHEAT” genannten Projekt verglichen die Forscher die Städte Athen, Barcelona, Budapest, London, Mailand, München, Paris, Rom und Valencia mit zusammen etwa 25 Millionen Einwohnern. Die Studie verweist auf Szenarien des Klimawandels, die davon ausgehen, “dass extreme Wetterereignisse künftig selbst in Regionen zunehmen dürften, in denen es bisher nicht häufig Hitzewellen gab”. Die jeweiligen Vorsorgeprogramme in den Städten sollten deshalb überall Senioren, Frauen und den Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen gelten, um einem Anstieg der Sterbefälle durch die Gluthitze vorzubeugen.

“Für unsere Studie hatten wir keine Daten, warum der Unterschied zwischen den neun Städten so groß ist”, sagte Daniela D’Ippoliti. In früheren Studien dazu sei aber deutlich geworden, dass der Grad der gesellschaftlichen Isolation der Senioren und auch die Einkommenshöhe ebenso eine Rolle spielten wie das Maß an Vorsorge, erklärte sie.

Sozialer Status als Einflussfaktor

Erst vor kurzem wurde von dem Wiener Soziologen das Faktum belegt, wonach sozial Benachteiligte und somit auch Migranten stärker unter der Hitze leiden als Menschen mit höherem Einkommen. Der soziale Status ist aber in Sachen Gesundheitszustand immer ein maßgeblicher Faktor. In dem Projekt “EthniCityHeat” erforschen Soziologen, Ärzte, Medizinanthropologen und Landschaftsplaner die soziale Dimension des Problems Hitze in der Stadt.

(APA/Red)

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