Studie zeigt: Frauenpolitik hat 2020 an Sichtbarkeit verloren

Die Frauenpolitik war die Krisenverliererin.
Die Frauenpolitik war die Krisenverliererin. ©pixabay.com (Sujet)
Im Coronajahr 2020 hat die Frauenpolitik an Sichtbarkeit verloren. Männer würden demnach auf der medialen Bühne dominieren.

Frauenpolitik hat im Coronajahr 2020 im öffentlichen Diskurs massiv an Bedeutung und Sichtbarkeit verloren, geht aus der von MediaAffairs erstellten Studie "Frauen - Politik - Medien 2020" hervor. Im monothematischen Umfeld der Krise habe die mediale Bühne zu 77 Prozent den Männern gehört, so Studienautorin Maria Pernegger bei der Präsentation am Montag.

Sichtbarkeit von Managerinnen deutlich zurückgegangen

Vergleiche mit 2018 zeigen laut Pernegger deutliche Rückgänge bei der medialen Sichtbarkeit von Managerinnen und Unternehmerinnen, insbesondere in prestigeträchtigen und finanzstarken Branchen. Zugewinne für Frauen gebe es vor allem im Sozialbereich, der Touristik und im Dienstleistungsbereich.

Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung sind Kooperationspartner der Studie. AK-Präsidentin Renate Anderl kritisierte bei der Präsentation, dass Frauen in der Krise noch ein Stückchen mehr aus dem Blickfeld verschwunden seien. Gleichberechtigung beginne beim Geld, unterstrich sie. Es brauche volle Lohntransparenz, Investitionen in die Kinderbetreuung und die Verkürzung der Arbeitszeit auf eine "gesunde Vollzeit", wie sie laut Medienunterlage forderte.

Dass Gleichstellung nicht nur eine Frage der Teilhabe, sondern auch der Wettbewerbsfähigkeit sei, betonte IV-Vizepräsidentin Sabine Herlitschka. Es sei besonders wichtig, mehr Frauen für technische und naturwissenschaftliche MINT-Berufe zu begeistern. Diversität in Belegschaft und Führungspositionen sei ein höchst positiver Verstärker für Innovation.

(APA/Red)

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