Streit um Wiener Sozialwohnungen: Baumgartner und Gregorich müssen gehen

Nun geht der Streit um die Wiener Sozialwohnugen in die nächste Runde.
Nun geht der Streit um die Wiener Sozialwohnugen in die nächste Runde. ©pixabay.com (Symbolbild)
Der Streit um 3.000 Sozialwohnungen der WBV-GFW (früher WBV-GÖD) geht in die nächste Runde. Nun müssen zwei Mitglieder der Chefetage gehen.
Rückabwicklung gefordert

Mitgeschäftsführer Michael Baumgartner und Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Gregorich sollen noch im August in einer Gesellschafterversammlung abberufen werden, teilte die WBV-GFW heute, Donnerstag, in einer Aussendung mit.

Gregorich hatte zuletzt schwere Vorwürfe gegen den jetzigen Gesellschafter, Christian Hosp, erhoben und forderte die Rückabwicklung der “absolut nichtigen” Transaktionen. Wiens Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) kündigte gestern an, dem umstrittenen Verkauf des gemeinnützigen Bauträgers WBV-GFW voraussichtlich keine nachträgliche Genehmigung zu erteilen.

Aufgrund jüngster Ereignisse sehe sich die Gesellschaft gezwungen, die ehemaligen Eigentümer ihrer Funktionen früher als vorgesehen zu entheben, hieß es in der heutigen Aussendung der WBV-GFW. Die Zusammenarbeit mit den ehemaligen Eigentümern sei für das Unternehmen nicht mehr tragbar. 2015 hatte Hosp das Unternehmen von Baumgartner und Gregorich gekauft.

Die Weiterführung der Geschäfte sei mit Geschäftsführer Christoph Schäffer, der seit 2018 im Unternehmen ist, sichergestellt, so Inhaber Hosp. Den Aufsichtsratsvorsitz wird Hosp künftig selbst übernehmen. Die Gesellschafterversammlung ist noch für die zweite Augusthälfte geplant.

Gregorich: Rauswurf wäre Rechtsverletzung

Der Aufsichtsratsvorsitzende der WBV-GFW, Stefan Gregorich, hat am Donnerstag empört auf seine von Inhaber Christian Hosp angekündigte Absetzung reagiert. Dies wäre “eine Verletzung des geltenden Rechtes und ein Ignorieren des politischen Willens”, meinte Gregorich in einer Aussendung. FPÖ und ÖVP pochten indes auf die rasche Rückabwicklung des Deals rund um die 3.000 Sozialwohnungen.

Die FPÖ bezeichnete den geplanten Rauswurf Gregorichs und Baumgartners als “Super-Gau”. “Offensichtlich soll die am Mittwoch angekündigte politische Entscheidung der Landesregierung ausgehebelt werden”, reagierte der geschäftsführende Landesparteiobmann Johann Gudenus in einer Aussendung. “Wenn die SPÖ und Kathrin Gaal ihr gestriges Bekenntnis ernst meinen, dann muss die Rückabwicklung der Causa WBV-GFW sofort eingeleitet werden”, forderte er. Das “Zaudern Michael Ludwigs und Kathrin Gaals” helfe Immobilienspekulanten.

Rückabwicklung des Deals gefordert

Auch die ÖVP pochte in einer Aussendung auf die Rückabwicklung des Deals. “Es ist völlig unverständlich, warum die SPÖ so lange die eindeutigen und unmissverständlichen Rechtsmeinungen von Revisionsverband, Wirtschaftsministerium und Finanzministerium ignorierte”, meinte der nicht amtsführende Stadtrat Markus Wölbitsch (ÖVP).

Verärgert auf die Vorwürfe der Opposition reagierte SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak: “Herr Gudenus sollte keine Fake-News verbreiten, sondern lieber mit dem Koalitionspartner eine schnelle Rückabwicklung klären. Wäre die Stadt Wien je Eigentümerin der Wohnbauvereinigung gewesen, wäre es nie so weit gekommen.”

Die Debatte dreht sich um 3.000 gemeinnützige Wohnungen. Fraglich ist, ob die Anteilsübertragung an den jetzigen Eigentümer rechtmäßig abgelaufen ist. Ins Treffen werden u.a. fehlende Genehmigungen geführt. Außerdem wurde vom Revisionsverband festgestellt, dass der neue Eigentümer Hosp auch im Baugewerbe tätig sei, was gemäß Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz verboten ist. Hosp bestreitet dies.

(APA/Red)

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