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Streit auf Wiener Markt eskalierte: Prozess um Schlägerei

Auseinandersetzung aufgrund zu langer Wartezeit beim Bezahlen .
Auseinandersetzung aufgrund zu langer Wartezeit beim Bezahlen . ©APA
Bei dem Prozess am Donnerstag ging es um eine Schlägerei, die im April auf dem Hannovermarkt in Wien-Brigittenau stattfand. Ein 50-Jähriger ärgerte sich über die lange Wartezeit beim Bezahlen und soll mit seinem Sohn auf die Standbesitzer losgegangen sein.

Angeklagt waren die beiden Männer wegen Körperverletzung, gefährlicher Drohung, Sachbeschädigung und versuchten Widerstands gegen Staatsgewalt. Dabei hatte der Einkauf am 25. April zunächst harmlos begonnen. Der Mann und sein 24-jähriger Sohn hatten bereits die wichtigsten Besorgungen beisammen, denn am darauffolgenden Tag sollte ein Familienfest stattfinden. Es fehlten noch Paradeiser, die sie beim letzten Stand kaufen wollten.

Eine Frau bediente die Kunden, allerdings ging es den beiden Aserbaidschanern nicht schnell genug. Sie fühlten sich benachteiligt, die türkische Marktfrau hätte beim Bezahlen ihren Landsleuten den Vortritt gegeben, berichteten die Angeklagte vor Gericht. Er habe die Frau verstanden, denn das Aserbaidschan-Türkisch sei dem Türkischen ähnlich.

Schlägerei am Hannovermarkt in Wien

Auch ein Österreicher hätte länger warten müssen, bis er endlich an die Reihe kam. "Er wurde böse, hat die Ware auf die Waage gelegt und gesagt: 'Jetzt bin ich dran'", erzählte der Beschuldigte. Als der 50-Jährige wieder nicht zahlen durfte, ließ er das Sackerl mit den Paradeisern fallen und sagte zu der Standfrau: "Gut, dann brauch ich das nicht." Er sei jedoch stets höflich geblieben und wollte gehen, doch dann seien vom Sohn der Frau, der ein Messer in der Hand hielt, übelste Beschimpfungen erfolgt.

Die 49-jährige Marktfrau erzählte die Geschehnisse ganz anders. Der 50-Jährige hätte das Sackerl mit dem Gemüse in den Marktstand geschmissen und gemeint: "Ich scheiße auf eure Ware und kaufe sie nicht." Als ihr Sohn den Mann zur Rede stellte, folgte ein Wort dem anderen. Dass ihr Sohn ein Messer in der Hand hatte, führte sie auf den Umstand zurück, dass er damit die Melonen aufgeschnitten hat. "Der Mann sagte schwere Beleidigungen, die ich zum ersten Mal in meinem Leben gehört habe. Ich habe mich geschämt und versucht, mir die Ohren zuzuhalten", sagte die 49-Jährige.

Wilde Drohungen nach Streit

Der 50-Jährige und sein Sohn hätten dann die Kisten mit dem Obst und dem Gemüse umgeworfen, wären auf den Markstand gesprungen und hätten Kassa und die Waage auf den Boden geschmissen. "Ich werde dafür sorgen, dass ihr keinen Verkaufsstand mehr aufmachen könnt", soll der 50-Jährige geschrien haben. Und sein Sohn soll gedroht haben: "Falls euch was zustoßen sollte, wisst ihr, dass es von mir kommt." Dazu soll er laut Anschuldigungen eine Kopf-ab-Bewegung mit der Hand gemacht haben. Das bestritt der 24-Jährige, er habe dem Sohn gedeutet, er soll ihn in den Hals stechen, wenn er sich traut.

Verkäufer vom Nachbarstand sowie Verwandte, die gerade am Markt einkaufen waren, kamen den Standbesitzern zu Hilfe. "Es sind mindestens 20 bis 25 Leute auf uns losgegangen", erzählte der 24-Jährige. Er und sein Vater hätten sich nur gewehrt. Auch bei der anschließenden Festnahme hätten sie keinen Widerstand geleistet. Beide bekannten sich nicht schuldig.

Prozess wurde vertagt

Der Prozess musste allerdings mittags für unbestimmte Zeit vertagt werden. Der Anwalt von Vater und Sohn legte ein Video vor, das der 24-Jährige während der Festnahme mit dem Handy gedreht hatte. Zudem will der Verteidiger das Video eines Zeugen beischaffen, der die Aufnahme als Leserreporter einer Zeitung zukommen ließ.

(APA/Red)

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