Straßen-Rennsport: Mit Strom-Hilfe zu Höchstleistungen

Egal, womit Fahrzeuge künftig angetrieben werden, ob alternativ mit Strom, Gas, Wasser oder Luft: Es wird immer darum gehen, wer stärker und schneller ist. Daran ändern alternative Antriebe nichts, siehe Auto-Rennsport – wo längst Hybrid-Systeme in die Formel I Einzug gehalten haben.

Die Erfahrungen, die unter Dauer- und Höchstbelastung gewonnen werden sind letztlich eine der Grundlagen für die Weiterentwicklung nicht nur von Spezial- und Sonder-, sondern ebenso von Serien-Fahrzeugen.

Ein Beispiel: Langstrecken-Rennen. Darunter das berühmteste, die 24 Stunden von Le Mans, in Frankreich. Hier werden traditionell alternative Rennsportler über die lange Strecke gejagt, bereits seit den 60er-Jahren. Da gab es zum Beispiel Fahrzeuge, die von Gasturbinen angetrieben wurden oder deren Treibstoff Methanol war und nicht Benzin, mittlerweile auch Diesel.

2012 und 2013 verbuchte ein Alternativer, einer mit der Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor – also ein Hybrider – den Gesamtsieg für sich: der Audi R18 e-tron quattro.

Doch steht die Marke mit den vier Ringen nicht alleine da. Peugeot hätte den 908 Hybrid4, mit dem es bisher jedoch nie zum Wettbewerbseinsatz kam, Toyota hat den TS030 Hybrid, der 2012 zum ersten Mal auf die Rennstrecke losgelassen wurde, und der sich bislang dem Audi geschlagen geben musste.

Hybride: Ein Deutscher & ein Engländer

Inzwischen reifen weitere Kandidaten, um nicht zu sagen Mitbewerber heran, darunter zwei besonders spektakuläre Exemplare: der Porsche 918 Spyder und der McLaren P1. Bei beiden handelt es sich um Plug-In-Hybride. Beide sind in ihren „zivilen” Versionen auch alltagstauglich.

Porsche 918 Spyder

Der Porsche 918 Spyder hat eine Systemleistung von 887 PS und 1.280 Nm Maximal-Drehmoment. Diese Kraft schöpft der zweisitzige Deutsche mit zweiteiligem Targa-Dach aus einem 4,6-Liter-V8-Benzin-Triebwerk mit 608 PS sowie einem Hybrid-Modul mit 156 PS (an der Hinterachse) und einem Elektromotor mit 95 kW (an der Vorderachse). Das ergibt gleichzeitig variablen Allradantrieb. Die Gangstufen werden via Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sortiert.

Bei einem Leergewicht von 1.640 Kilogramm ist der Parallel-Vollhybrid gut für den 0-auf-100-Sprint in 2,8 Sekunden. 200 km/h sind in 7,9 Sekunden erreicht. Bis zur 300-km/h-Marke dauert es aus dem Stand 23 Sekunden. Die Top-Speed liegt bei rund 340 km/h. Die rein elektrische Reichweite beträgt rund 30 Kilometer. Den Norm-Mixverbrauch gibt der Hersteller mit 3,3 Liter pro 100 Kilometer an. Die schnellste Runde, die der 918er-Spyder bisher auf der Nürburgring-Nordschleife bisher erzielt hat, wurde mit 6,57 Minuten gestoppt. Das ist derzeit offizieller Rekord für straßen-zugelassene Fahrzeuge. Porsche baut 918 Exemplare des Spyder. In Österreich kostet er 776.800 Euro.

McLaren P1

Auf bis über Augenhöhe des Deutschen fährt ein Engländer: der McLaren P1. Dieses Modell ist motorisiert mit einer modifizierten Version des aus dem 12C bekannten 3,8-Liter-V8-Biturbo. Im PS leistet er 737 PS und 720 Nm). Ein 179 PS-Elektro-Motor (mit 260 Nm) arbeitet mit. McLaren gibt die Gesamtleistung des heckgetriebenen zweisitzigen Hybriden mit 916 PS und 900 Nm Maximal-Drehoment an. Auch hier ist ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe im Einsatz.

Rein elektrisch soll er zehn Kilometer Reichweite schaffen. Auf die Waage bringt er trocken 1.395 Kilo. 100 km/h sind, aus dem Stand, in 2,8 Sekunden erreicht für 200 km/h braucht’s 6,7, für 300 km/h 16,5 Sekunden. Die Top-Speed ist mit 350 km/h limitiert. Für den Norm-Mix-Verbrauch gibt McLaren 8,3 Liter Superbenzin pro hundert Kilometer an. Der Preis: jenseits der Ein-Millionen-Euro-Marke. Ursprünglich waren 500 Stück P1 geplant, doch mehr als 375 wird es nicht geben, der Exklusivität halber.

Auf der Nordschleife des Nürburgrings soll der Engländer die Runde in 6,57 Minuten geschafft haben. Dafür gibt es jedoch – derzeit noch – keine werksseitige Bestätigung. Braucht es offenbar auch nicht. Der P1 ist ausverkauft.

Ebenfalls im Spiel um den schnellsten Hybrid-Sportler ist der Welt ein Italiener aus Modena erstmals ein alternativ angetriebener: der Ferrari LaFerrari, mit 936 PS und dem sogenannten HY-KERS-System.

Gewissermaßen die Messlatte dieser Hochleistungs-Boliden ist der Bugatti Veyron, mit 1001 PS (und 1.250 Nm) als „Standard” und 1.200 PS (und 1.500 Nm) als „Supersport”. Doch dahinter steckte bei seiner Premiere im Jahr 2005 noch eine andere Antriebs-Philosophie.

(KECKEIS)

Bildcredit: Porsche/McLaren

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Porsche 918 Spyder: Plug-In-Hybrid mit 887 PS und 1.280 Nm Maximal-Drehmoment, rund 340 km/h Top-Speed.

02

Die Nürburgring-Nordschleifen-Runde absolviert der 918 Spyder in 6,57 Minuten. Das ist offiziell Rekord für straßen-zugelassene Fahrzeuge.

03

McLaren P1: Plug-In-Hybrid mit 916 PS und 900 Nm Maximal-Drehmoment, 350 km/h Top-Speed (abgeregelt).

04

Unbestätigt: Der P1 soll die Nordschleifen-Runde in 6,47 Minuten absolviert haben.

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