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Strafantrag gegen Studenten des Priesterseminars

Strafantrag gegen Studenten des Priesterseminars St. Pölten - 27-jähriger Pole soll Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen haben.

Eine Woche nach Bekanntwerden des Pornografieskandals am österreichischen Priesterseminar St. Pölten hat die Staatsanwaltschaft Strafantrag gegen einen Studenten eingereicht. Auf der Computer-Festplatte des 27-jährigen Polen sei eine „Vielzahl von pornografischen Darstellungen mit Unmündigen“ entdeckt worden, teilte Staatsanwalt Walter Nemec am Montag mit. Dem Verdächtigen drohen nun bis zu zwei Jahre Haft. Er wurde aus dem Priesterseminar ausgeschlossen. Der Seminarist habe die Bilder wahrscheinlich in Polen aus dem Internet heruntergeladen oder von anderen Datenträgern kopiert, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Die Aufnahmen seien kurz vor Sicherstellung der Festplatte Ende Juni gelöscht worden, hätten aber rekonstruiert werden können.

Bereits im Dezember hatte die Polizei im Priesterseminar St. Pölten einen Rechner beschlagnahmt, mit dem den Ermittlungen zufolge „Internetseiten mit eindeutig kinderpornografischem Material“ besucht worden waren. Das sichergestellte Material enthalte auch Gewaltpornografie. Allerdings sei der Computer allen Seminaristen zugänglich gewesen, erklärte Nemec. Da keine Benutzerkennungen vergeben worden seien, sei es kaum möglich, die Täter auszumachen. Das Verfahren gegen sieben weitere Studenten werde „mangels Aussicht auf weitere Beweise vorläufig abgebrochen“, hieß es. Insgesamt waren in dem Priesterseminar rund 40.000 pornografische Bilder und zahlreiche Filme beschlagnahmt worden, darunter auch Aufnahmen von homosexuellen Handlungen zwischen Seminaristen und ihren Vorgesetzten. Diese seien – sofern kein Zwang oder Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses vorliege – nicht strafbar, betonte Staatsanwalt Nemec. Daher werde in dieser Angelegenheit nicht ermittelt.

Die Behörden gehen außerdem zwei anonymen Anzeigen nach, wonach zwei ehemalige Ministranten von einem Priester verführt wurden. Nemec sagte, die Angaben hierzu seien „relativ vage“ und beschrieben bereits länger zurück liegende Sachverhalte. Die Ermittlungen hätten erst begonnen, nähere Auskünfte seien daher nicht möglich. Der 27-jährige Pole werde aus dem Priesterseminar ausgeschlossen, teilte ein Sprecher von Diözesanbischof Kurt Krenn am Montag mit. Intern sei darüber hinaus zu klären, „wie weit auch andere Seminaristen involviert waren“. Dies sei Aufgabe der von Krenn eingesetzten Untersuchungskommission, sagte der Sprecher der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Michael Stickelbroeck, Mitglied der Untersuchungskommission, sprach sich unterdessen für eine päpstliche Visitation der Diözese aus.

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