Stories from the Sea - Kritik und Trailer zum Film

Das Mittelmeer ist ein mit Bedeutung aufgeladener Ort, der im Zentrum vieler unterschiedlicher Interessen liegt. Die aus Polen stammende Regisseur Jola Wieczorek nutzt es als Schauplatz ihres Dokumentarfilms "Stories from the Sea", um es als Arbeits-, Begegnungs- und vor allem Sehnsuchtsort zu zeigen. In ästhetischen Bildern begleitet sie ein Frachtschiff, ein Kreuzfahrtschiff und zwei kleine Segelboote - und die Geschichten der sie steuernden Menschen.

Das Mittelmeer ist ein mit Bedeutung aufgeladener Ort, der im Zentrum vieler unterschiedlicher Interessen liegt. Jola Wieczorek nutzt es als Schauplatz ihres Dokumentarfilms "Stories from the Sea", um es als Arbeits-, Begegnungs- und vor allem Sehnsuchtsort zu zeigen. Die polnische Regisseurin wartet für die österreichische Produktion mit ästhetischen Bildern auf, ohne dabei das Potenzial der Thematik voll auszuschöpfen. Ab Freitag im Kino.

Stories from the Sea - Kurzinhalt zum Film

Wieczorek begleitet für ihr 87-minütiges Langfilmdebüt ein Frachtschiff, ein Kreuzfahrtschiff und zwei kleine Segelboote. Auf ersterem wird gearbeitet. Dabei steht Jessica, eine junge Frau, deren Onkel als Schiffstischler seinen Tod fand, im Zentrum. Sie durchläuft eine Ausbildung und wird nach bald neun Monaten erstmals wieder in ihre Heimat zurückkehren. Ob sie sich darüber freuen soll, weiß sie nicht.

Am Kreuzfahrtschiff dreht sich alles um Ampaso, eine Witwe wohl in ihren Sechzigern, deren an Alzheimer erkrankter einstiger Mann auf einem dieser Ungetüme sein Ende fand. Tanzen, essen, tratschen und das Basteln von Papsthüten stehen hier im Zentrum - und die Suche nach etwas längst Verlorenem. Auf den Segelbooten hat sich wiederum eine Gruppe junger Menschen von verschiedenen Kontinenten für ein kulturelles Abenteuer ohne Ziel, aber mit viel Zeit eingefunden. Es wird gekocht, Schach und Gitarre gespielt und über eine bessere Welt gesprochen.

Stories from the Sea - Die Kritik

Als verbindendes Element fungiert der obligatorische Blick gen Horizont, das Rauschen des Meeres und Windes. Auch das Gekreisch von Möwen begleitet die verschiedenen Schiffe und deren so unterschiedliche Passagiere. Wieczorek untermalt die Umgebungsgeräusche nur in ausgewählten Momenten mit sehnsüchtigen bis melancholischen Streicher- und Klavierklängen. In Kombination mit den in schwarz-weiß gehaltenen, ruhigen Aufnahmen ist so für gehörig Mittelmeerromantik gesorgt.

Erst gegen Schluss wagt sich die in Österreich aufgewachsene Regisseurin, deren Arbeiten etwa beim Wiener Kurzfilmfestival Vienna Shorts ("List do polski") oder den Filmfestspielen von Locarno ("O que Resta") gezeigt wurden, in rauere Gewässer. So erzählt ein Segler von einem tragischen Vorfall, bei dem mehr als 300 Flüchtende vor Lampedusa ums Leben gekommen sind. Der Verweis auf das Mittelmeer als Ort des Sterbens und Austragungsort umstrittener Flüchtlingspolitik wirkt jedoch wenig bestimmt und fügt sich nicht schlüssig in den Rest des Dokumentarfilms ein.

Die Mittdreißigerin verpasst damit die Chance, das Verhalten und die Motive der Porträtierten fruchtbringend in Bezug zu den stürmischen Aspekten des Mittelmeers zu setzen. Dass dieses längst zu einem Grab für viele Menschen und unzählige Meeresbewohner wurde und dessen Balance langfristig zu unser aller Nachteil zu kippen droht, geht unter. Was bleibt, ist ein handwerklich ansprechendes, hübsch anzusehendes Dokument über die Sehnsucht nach dem Meer. Einen nachhaltigen Eindruck vermag es aufgrund mangelnder Reibungspunkte kaum zu vermitteln. Da wäre mehr möglich gewesen.

(APA/Red)

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