Stift Klosterneuburg zeigt "Glanz des Ostens"

Unter dem Titel "Glanz des Ostens" widmet das Stift Klosterneuburg der christlichen Kunst in Bulgarien eine Sonderausstellung, die am Mittwoch im Beisein des bulgarischen Präsidenten Rossen Plewneliew eröffnet wurde. Gezeigt werden 100 Exponate aus dem Besitz des Archäologischen Nationalmuseums Sofia, die die Entwicklung des Christentums in dem Land ab dem vierten Jahrhundert nachvollziehen.


Unter den Exponaten finden sich zahlreiche Goldschmiedearbeiten, liturgisches Gerät, architektonische Fragmente und nicht zuletzt einige der bedeutendsten Ikonen Bulgariens. Zu sehen sind darin u.a. Zeugnisse des frühen Christentums, die langsame Christianisierung des zunächst heidnischen, 681 begründeten slawischen bulgarischen Staates dokumentieren Objekte, in denen sich beide Traditionen mischen, wie zum Beispiel ein Ziegel mit einer schamanischen Darstellung oder ein mit Runen verzierter goldener Ring. Das bulgarische Königreich vom fünften bis 14. Jahrhundert ist vor allem durch Objekte aus der alten Hauptstadt Veliki Preslav präsent, die eine Zeit lang selbst mit Byzanz in Konkurrenz treten konnte. Am Ende stehen Zeugnisse der christlichen Kultur unter der Herrschaft der Osmanen vom 15. bis zum 17. Jahrhundert.

Nach einer Ausstellung im Pariser Louvre vor zwei Jahren ist es – wie auch Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) unterstrich – erst das zweite Mal, dass die als nationaler Schatz Bulgariens angesehenen Kulturgüter das Land verlassen. Die repräsentative Auswahl wurde in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Archäologischen Institut Bulgariens und seinem Museum in Sofia getroffen. Stiftskustos Nicolaus Buhlmann sprach von einer ganz besonderen Ausstellung von Artefakten aus einem der ältesten christlichen Länder Europas, wie sie in dieser Form in Österreich noch nicht gezeigt wurde.

Das Stift Klosterneuburg trage die lange Geschichte und reiche Kultur Europas in sich, so Plewneliew, der die Verbundenheit der Länder hervorhob: Die Grenzen Europas hätten nur mehr symbolische Bedeutung. “Gleichgültigkeit ist heute keine Option”, schwierige Zeiten seien nur mit Solidarität und Zusammenarbeit zu meistern.

Pröll betonte den Stellenwert von Europa und Kultur, beides sei in Niederösterreich politisches Bekenntnis und Wegweiser nach vorne. Er dankte dem bulgarischen Präsidenten für dessen nunmehr fünften Besuch im Bundesland seit 2010 und verwies darauf, dass 450 NÖ Unternehmen in Handelsbeziehungen mit Bulgarien stünden. Der Landeshauptmann hatte mit Plewneliew zu Mittag in St. Pölten die Flüchtlingsthematik erörtert.

(S E R V I C E – Stift Klosterneuburg: Ausstellung “Glanz des Ostens – Christliche Kunst aus Bulgarien” im Stiftsmuseum, 1.5.-31.7., geöffnet täglich 9.00-18.00 Uhr,)

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