Österreicht baut Verteidigungsakademie in Bosnien mit

Österreich wird seine bilaterale Zusammenarbeit mit Bosnien-Herzegowina im militärischen Bereich intensivieren. Konkret geht es um den Aufbei einer Verteidigungsakademie.

Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) bot seinem bosnischen Amtskollegen Selmo Cikotic am Mittwoch bei einem Treffen in Wien eine verstärkte Kooperation an, die dieser laut Minister-Sprecher Stefan Hirsch annahm. Konkret geht es dabei um Know-How und die Beratung durch Experten, die Österreich Bosnien-Herzegowina beim Aufbau einer Verteidigungsakademie zur Verfügung stellen wird.

Im Rahmen einer Balkan-Initiative der Europäischen Union werden die Staaten des Westbalkan, darunter Bosnien, im Verteidigungsbereich unterstützt. Im Mittelpunkt steht hier die Ausbildung. Österreich hat sich dabei besonders hervorgetan.

Sowohl Darabos als auch Cikotic betonten laut Hirsch die Bedeutung der EU-Mission EUFOR/ALTHEA für die Sicherheit in Bosnien. Diese war Ende 2004 an die Stelle der NATO-Truppe SFOR getreten. Die EUFOR soll allerdings allmählich reduziert und in eine reine Trainingsmission übergeführt werden.

Darabos betonte in diesem Zusammenhang, dass Österreich sein Kontingent nicht einseitig, sondern nur im Einklang mit der EU verringern werde. “Wir haben den Einsatz gemeinsam begonnen, wir sollten ihn auch gemeinsam zu Ende führen”, sagte der Verteidigungsminister laut Sprecher Hirsch.

Die multinationale Truppe soll den Friedensvertrag von Dayton absichern, mit dem 1995 der Krieg in Bosnien-Herzegowina und Kroatien zu Ende ging. Dabei geht es besonders darum, Feindseligkeiten zwischen den Volksgruppen zu verhindern. Derzeit umfasst die Mission rund 2.200 Soldaten, etwa 110 davon aus Österreich.

Für die Truppenreduzierung ausschlaggebend sind auch die innenpolitischen Reformen in Bosnien. Im Dayton war die ehemalige jugoslawische Teilrepublik in zwei separate Entitäten (Gebietseinheiten) nach ethnischen Gesichtspunkten geteilt worden: die Bosniakisch-Kroatische Föderation und die Serbische Republik (Republika Srpska). Die unter internationaler Vormundschaft stehende Staatsstruktur ist wegen Volksgruppen-Gegensätzen institutionell oft gelähmt gewesen. Der internationale Bosnien-Beauftragte, der österreichische Diplomat Valentin Inzko, hat dem Land jüngst wieder geringe Fortschritte auf dem Weg zur Schließung des Büros des Hohen Repräsentanten (OHR) attestiert. Offene Fragen betreffen vor allem das Staats- und Militäreigentum sowie eine lange ausständige Verfassungsreform und eine Reform der einheitlichen Streitkräfte.

Darabos betonte, die Reformen müssten weitergeführt werden. Inzko habe die volle Unterstützung Österreichs. Auch zwei Hubschrauber, die Österreich im Rahmen der EUFOR neu zur Verfügung stellt, seien als Unterstützung für Inzko zu betrachten.

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