Starmania: Eder zieht Zwischenbilanz

&copy APA
&copy APA
Universal-Chef Hannes Eder spaltet die „Starmania“-Fans wöchentlich mit seiner pointierten Kritik an den Kandidaten.

Am Freitag, 17. November, haben sowohl die Starmaniacs als auch Hannes Eder Pause. Anlass für eine kleine Zwischenbilanz vor der Finalrunde, bei der Eder mit so manchen Missverständnissen aufräumt.

APA: Vermehrt haben Sie betont, dass die Kandidaten der dritten „Starmania“-Staffel die bisher stärksten seien. Woran machen Sie das fest, und was könnten die Gründe dafür sein?

Hannes Eder: Also ein Grund ist vielleicht der, dass die Casting-Jury heuer einfach am Besten gearbeitet hat. Das sage ich deshalb, weil es unwahrscheinlich ist, dass früher die ganz guten Talente einfach nicht dabei waren. Man hat sie damals halt einfach übersehen. Auch der neue Modus, dass nur mehr die letzten 18 – nicht 48, wie früher – sich im Fernsehen dem Publikum stellen, trägt dazu bei.

APA: In sechs Sendungen wurden bereits fünf Frauen vom Fernsehpublikum rausgewählt. Woran liegt das?

Eder: Ich denke, die Zuseherschaft ist unterschiedlich gewichtet. Es gibt einfach mehr weibliches Publikum als männliches.

APA: Heißt das, dass Frauen keine Frauen wählen?

Eder: So will ich das nicht sagen. Diese Frauen voten nicht nicht für Frauen, sondern für ihre Favoriten.

APA: Boris Bukowski meinte kürzlich, dass „Starmania“ zwei wichtige Regeln der kreativen Pop-Musik bricht: er kritisierte das Nachsingen von Hits sowie die einstudierte Choreografie.

Eder: Ich sehe das nicht so! Ich glaube es gibt niemanden, der das Konzept von „Starmania“ nicht versteht. Schließlich ist das ja kein Songwriter-Contest. Es ist eine Kombination aus Unterhaltung und Synergien, die sich für uns als Plattenfirma ergeben. Man muss die Kandidaten lernen lassen. Sie bekommen bei „Starmania“ eine fundierte Ausbildung. Was dabei herauskommt, ist unterschiedlich gut. Das sind allerdings nur Indizien, keine Beweise für eine Karriere.

APA: Ex-Juror Mario Rossori sagte gegenüber der APA, dass man sich „Universal-intern“ einen „Christian Stürmer“ als Gewinner wünscht. Was ist dran?

Eder: Mir ist es total wurscht, oder sagen wir – fast wurscht, wer gewinnt. Der Sieger ist zwar der Einzige, dem wir einen Plattenvertrag versprochen haben, aber ich nehme mir heraus, auch mit Nummer 4, 5 oder 2 eine Platte aufzunehmen. Wir suchen keinen Christian Stürmer. Schön wäre, wenn jemand wieder den Erfolg einer Christina Stürmer hat. Wenn es eine Frau ist, die wunderbaren Soul macht, soll es mir auch Recht sein.

APA: Hat man nach den nicht so erfolgreichen Karrieren von Michi Tschuggnall und Verena Pötzl die Möglichkeit, beim nächsten Mal etwas anders zu machen?

Eder: Wir schauen immer, was wir besser machen könnten. Bei Michi Tschuggnall hat es nicht funktioniert, weil er 14 Mal die Kopie eines einzigen Songs aufgenommen hat, Verena wurde von den Medien nicht genug unterstützt. „Starmania Zwei“ kam einfach zu schnell nach der ersten Staffel. Inzwischen glaube ich, dass wieder eine neue Zielgruppe herangewachsen ist.

APA: Immer wieder werden kritische Stimmen laut, dass am Ende von „Starmania“ bestimmt jemand gewinnt, der zu 78 Prozent wie Madonna aussieht. Auch Sie kritisieren nach den Auftritten durchaus immer wieder Aussehen und Outfit. Welche Rolle spielt das wirklich?

Eder: Seit der Gründung von MTV 1981 ist es offensichtlich, dass von der Natur benachteiligte Menschen, die dasselbe Talent mitbringen wie andere, einfach schlechtere Chancen haben. Wenn ich mir am Wochenende meine Alten Vinyl-Platten anhöre und auf’s Cover schaue, denke ich mir oft: Hattet ihr ein Glück, dass damals von MTV noch keine Rede war.

APA: Können Sie sich vorstellen, auch eine Show mit Songwritern, wie sie Rainhard Fendrich einmal angedacht hat, zu unterstützen?

Eder: Ich habe mit keinem Format, das sich mit Nachwuchssichtung beschäftigt, Probleme. Ich wäre gerne dabei. Aber ich kenne die genauen Pläne von Fendrich gar nicht.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 13. Bezirk
  • Starmania: Eder zieht Zwischenbilanz
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen