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Stadtpsychologin beobachtet EURO-Stimmung

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Die Wiener Stadt-Psychologin Cornelia Ehmayer startet eine Befragung zur EURO-Gefühlslage der Wiener.

Der Bundeshauptstadt steht mit der Fußball-EM das größte Ereignis der vergangenen Jahrzehnte bevor, was die Wiener Stadtpsychologin auf den Plan ruft. Cornelia Ehmayer hat eine Umfrage gestartet, mit deren Hilfe sie ein Stimmungsbild der Wiener vor der Europameisterschaft zeichnen möchte.

Es gehe darum, herauszufinden, ob sich dank der intensiven Werbung die Einstellung der Bevölkerung tatsächlich wandle, erläuterte Ehmayer im APA-Gespräch.

Noch könne man keine fundierte Aussage treffen, da sie und ihre Mitarbeiterin jetzt erst mit den Interviews begonnen hätten. Als Kennerin des Wiener Wesens habe sie aber zumindest den Eindruck, dass sich die Grundstimmung ins Positive drehe. “Von Feuer und Flamme kann bei den Wienern allerdings keine Rede sein”, so Ehmayer. Dazu sei das Wiener Wesen zu reserviert. Auch polarisiere das Ereignis deutlich, zumal sich diejenigen, die sich nicht für Fußball interessieren, bereits auf eine Stadtflucht vorbereiteten.

Während der EM selbst hänge die Lage der Wiener Seele dann nicht zuletzt vom Abschneiden der österreichischen Nationalmannschaft ab, prognostiziert Ehmayer. Wenn fremde Menschen in der eigenen Stadt feierten, während man sich selbst für seine Mannschaft schämen müsse, sei eines klar: “Da kriegt man einen Grant.”

Eine detaillierte Prognose für Wien traut sich die Stadtpsychologin angesichts der Dimensionen der Veranstaltung allerdings nicht zu: “Meiner Meinung nach sind solche Großereignisse komplett unvorhersehbar.” Wie und ob sich die Wiener Seele durch die Geschehnisse im Juni verändern werde, wolle sie im Nachhinein mit ihrer Studie klären. So sollen bis Herbst weitere Befragungen erfolgen.

Derzeit laufen die ersten Straßeninterviews, wobei sich Ehmayer auch über “Bewerbungen” freut. Unter praxis@stadtpsychologie.at können Interessierte den Fragebogen anfordern. Eines steht für Ehmayer in puncto EM jedenfalls fest: “Es ist ein Ereignis, an dem man als Stadtpsychologin nicht vorbeigehen kann.”

Ehmayer hatte bereits wiederholt dem Wiener Wesen nachgespürt. So gelang es ihr, durch das Verzieren von Hundehaufen mit kleinen Fähnchen ein kurzfristiges Umdenken bei Hundehaltern zu erreichen. 2003 präsentierte sie das “Wesen Wien” als Ergebnis einer Studie und 2006 widmete sie sich in einer breiten Befragung dem Donaukanal und seiner Position im Wiener Bewusstsein.

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