Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Stadt Wien rüstet Lkws mit Abbiege-Assistenten nach

Besonders auf Schulwegen ist der tote Winkel bei Lkws gefährlich.
Besonders auf Schulwegen ist der tote Winkel bei Lkws gefährlich. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Nach dem tödlichen Unfall zwischen einem Lkw und einem Neunjährigen in Wien handelt nun die Stadtpolitik. Bereits in der nächsten Woche soll der Stadt-Fuhrpark mit Abbiege-Assistenten ausgestattet werden.
Petition für Abbiegeassistenten
Wien will Schulwege sicherer machen

Die Stadt Wien will ihren rund 500 Lkw umfassenden Fuhrpark mit Abbiegeassistenten umrüsten. Die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) kündigte am Montag im APA-Gespräch an, ab sofort ein entsprechendes System testen zu wollen. Schon gegen Ende der Woche soll klar sein, ob es zur serienmäßigen Umrüstung taugt. Gibt es grünes Licht, soll der Umbau ab kommender Woche erfolgen.

“Ich habe schon in der Vorwoche den Auftrag gegeben, das so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen”, versicherte Sima. Jener Hersteller, der die Fahrzeuge der Stadt stellt, habe nun ein System genannt, das kompatibel sei, erklärte die Stadträtin: “Wird der Blinker betätigt, wird eine Kamera aktiviert. Befindet sich etwas in diesem Blickfeld, ertönt ein Signal.” Noch am heutigen Montag werde der Assistent in ein Testfahrzeug eingebaut. “Das ist bis Mitte der Woche abgeschlossen”, kündigte die Ressortchefin an.

300 Müllfahrzeugen werden umgerüstet

Nach wenigen Probe-Tagen soll dann feststehen, ob der flächendeckende Einbau den gewünschten Nutzen bringt. Ist das der Fall, werde der Einbau ab Beginn der kommenden Woche schnell umgesetzt, versprach Sima. Dabei geht es unter anderem um rund 300 Müllfahrzeuge der MA 48. 3.000 Euro kostet das System pro Fahrzeug, bei Neuanschaffungen soll der Abbiegeassistent bereits mitgeliefert werden.

Man habe schon in den vergangenen Jahren immer wieder derlei Systeme getestet, die Ergebnisse seien allerdings nie zufriedenstellend gewesen, argumentierte Sima. Deshalb habe man für die Mistautos mit Experten einen speziellen Zusatzspiegel entwickelt, um den toten Winkel zu eliminieren. Dieser sei bereits bei allen MA 48-Fahrzeugen im Einsatz.

Fix ist, dass der Fuhrpark der Verkehrsabteilungen – sie unterstehen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) – jedenfalls umgerüstet wird. Das betreffe 37 Lastwagen mit über 3,5 Tonnen, die Nachjustierung beginne “ab sofort” und soll in den kommenden Monaten abgeschlossen sein, versprach die Ressortchefin gegenüber der APA: “Was ich in meinem Wirkungsbereich tun kann, das tue ich auch.”

Auch Fuhrparks der MA28, 29 8nd 33 betroffen

Betroffen sind die Fuhrparks der MA 28 (Straßenbau), 29 (Brückenbau) und 33 (Licht). Die betreffenden Abteilungen seien bereits mit den Herstellern in Kontakt getreten. Einige Fahrzeuge seien bereits mit Rückfahrkameras ausgestattet, diese würden auch umgerüstet, hieß es.

Vassilakou forderte in dem Zusammenhang Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) einmal mehr auf, den rechtlichen Rahmen für eine österreichweite Lösung zu schaffen. Außerdem seien auch Bundeseinrichtungen aufgefordert zu handeln, sah die Stadträtin etwa Asfinag, ÖBB, Bundesheer oder Polizei in der Pflicht.

Sima wiederum sieht Hofers Pilotprojekt “Rechtsabbiegen bei Rot” kritisch. Hier würden grüne Fußgängerphasen mit dem Abbiegeverkehr verschränkt. Das sei “kontraproduktiv”. “Wir in Wien versuchen das gerade etwas zu entzerren”, so die Stadträtin.

Hofer: Auch Öffi-Busse umrüsten

Hofer selbst hatte am Montag in einem “Österreich”-Interview angeregt, städtische Verkehrsmittel wie die Busse der Wiener Linien umzurüsten. Dort sieht man auf APA-Nachfrage allerdings vorerst keinen Bedarf, wie ein Sprecher meinte. Denn die Sichtsituation sei für den Fahrer eines Öffi-Busses eine ganz andere als in einem Lkw. Durch mehr Glas und eine niedrigere Sitzhöhe sei das “Sichtfeld viel freier”: “Dadurch ergibt sich ein sehr geringer toter Winkel”, wohl geringer als bei jedem herkömmlichen Auto, erklärte der Sprecher. Das Thema Verkehrssicherheit und vorausschauendes Fahren sei zudem stark in der Ausbildung bzw. den verpflichtenden Nachschulungen für Lenker präsent.

Auch Volksanwalt Peter Fichtenbauer sprach sich am Montag in einer Aussendung für den zwingenden Einbau von Abbiegeassistenten für Lkw ein. “Ich bitte daher das Parlament, möglichst rasch eine entsprechende Regelung auf den Weg zu bringen”, hieß es.

Hofer kündigt Lkw-Sicherheitsgipfel an

“Ich werde unmittelbar nach meiner Rückkehr aus Japan zu einem Lkw-Sicherheitsgipfel einladen”, kündigte Hofer am Montag bei einer Pressekonferenz an.Bei dem Treffen soll erörtert werden, welche rechtlichen und organisatorischen Möglichkeiten es gibt, um die Sicherheit von Lkws auf Autobahnen, Schnellstraßen und in den Städten zu verbessern. Man wolle feststellen, welche Kosten mit den Maßnahmen verbunden wären und wie schnell sie umgesetzt werden könnten. Ziel sei auch, die Debatte von Parteipolitik wegzubekommen, sagte Hofer. “Man kann in der Stadt einiges tun, um das Abbiegen sicherer zu machen”, sagte der Minister zur Debatte über Lkw-Abbiegeassistenten.

Die Debatte um Abbiegeassistenten für Lkw war nach einem tödlichen Unfall in Wien aufgekommen. Ein neunjähriger Bub war Ende Jänner am Schulweg auf einem Schutzweg von einem abbiegenden Lastwagen niedergefahren und getötet worden. Die daraufhin gestartete Petition von Eltern für eine verpflichtende Lkw-Nachrüstung mit elektronischen Systemen, die den toten Winkel möglichst eliminieren sollen, hatte mit Stand Montag bereits mehr als 35.000 Unterstützer.

(APA/red)

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Stadt Wien rüstet Lkws mit Abbiege-Assistenten nach
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen