Staatsoper ist online "sehr weit vorne"

Live-Streaming weiter ausgebaut
Live-Streaming weiter ausgebaut
Die Wiener Staatsoper ist im digitalen und im Online-Bereich "sehr weit vorne" und baut ihr Angebot weiter aus. Nach dem Start des Live-Stream-Projekts Ende Oktober kann man nun auch in der Partitur mitlesen, in interaktiven Panorama-Fotos in die Welt der Staatsoper eintauchen und mit hoher Wahrscheinlichkeit schon bald in der Qualität UHDTV empfangen.


“Das wäre der erste solche Live-Stream überhaupt”, so Christopher Widauer, der für die Umsetzung des Projekts verantwortlich ist, bei einem Pressegespräch am Mittwoch. Mit Direktor Dominique Meyer hat man in der vergangenen Woche die Werbetrommel in Ostasien gerührt und auch den Technologiepartner Samsung besucht. Auf seinen SmartTVs wird Samsung die Staatsopern-App künftig bereits vorinstallieren, in einigen asiatischen Ländern und ab Februar auch in den USA. Funktionstauglich ist die Anwendung in 155 Ländern.

Die zentralen Merkmale des kostenpflichtigen Dienstes – die Möglichkeit, zwischen geschnittenem Opernfilm und Gesamtbühnenansicht zu wählen, das automatische Mitlaufen von Untertiteln und historischen Partituren, die Zeitzonenversetzung und das Angebot als eigene App – werden in der neuen Version nun schon auf der Eingangsseite vermerkt. 14 Euro kostet eine “Vorstellung”, 2,69 das “multimedial aufgefettete” Programmheft, dazu erhält man einen “Pausenfilm” mit Künstlerinterinterviews oder Erklärungen zum Stück – aktuell etwa zum “Tristan-Akkord” in der Wagner-Oper. Alles wird im Haus selbst produziert, drei Videoteams zu je fünf Leuten sind für die live geschnittenen Opernfilme zuständig.

Gratis im Netz verfügbar und ebenfalls Teil der international einzigartigen “digitalen Offensive” sind neue Panorama-Fotos von Thomas Bredenfeld. Gemeinsam mit Virgil Widrichs Firma Checkpoint Media ist dabei eine interaktive Tour durch das Haus entstanden, bei der man sich durch Hinter-, Unter-, und sogar Probebühne im Arsenal klicken kann, vom Dach auf die Stadt schauen, oder den Zuschauersaal in verschiedenen Beleuchtungen und von verschiedenen Punkten aus erkunden kann. Zu den Panoramas verlinkt werden Interessenten auch über die Staatsopern-Seiten bei Facebook, Twitter oder YouTube – wo man auch die “Pausenfilme” gratis ansehen kann.

Bis Jahresende werden noch “La cenerentola”, “Der Nussknacker” als erstes Ballett, “Fidelio” und “Die Fledermaus” im Live-Stream angeboten – bei den Zuschauerzahlen hofft man dabei, an der 1.500er-Marke zu kratzen und diese im kommenden Jahr als durchschnittlichen Wert verankern zu können – “wir denken da aber sehr langfristig”, so Widauer. Die Kosten wurden von Sponsoren und Partnern gedeckt, das Staatsopern-Budget also nicht belastet. Bis Ende der Spielzeit will man etwa zehn weitere Opern streamen, unter anderem die Neuproduktionen von “Rusalka” am 9. Februar und von “Adriana Lecouvreur” am 22. Februar.

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