Sputnik-Impfung: Weitere Gespräche im Bundeskanzleramt

Wird Sputnik V auch in Österreich verimpft?
Wird Sputnik V auch in Österreich verimpft? ©APA/AFP
Russland intensiviert in Wien diplomatische Bemühungen zum eigenen Impfstoff. Erst am Montag gab es einen Termin im Bundeskanzleramt. Dahinter sollen etwaige Lieferungen von Sputnik V stehen.
Impfstoffhersteller nicht informiert

Der russische Botschafter in Wien, Dmitri Ljubinski, hat am Montag im Bundeskanzleramt mit Vertretern des Kabinetts von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) über etwaige Lieferungen sowie eine etwaige Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik V in Österreich gesprochen, bestätigte ein Sprecher des Bundeskanzlers am Dienstag gegenüber der APA eine russische Aussendung. Zu Details halten sich beide Seiten einstweilen bedeckt.

Etwaige Lieferungen von Sputnik V besprochen

Der Termin des Botschafters am Montag sei im Kontext der laufenden Gespräche mit Russland über etwaige Lieferungen von Sputnik V gewesen, die bereits vor einem diesbezüglichen Telefonat von Kurz und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin begonnen hätten, hieß es im Bundeskanzleramt. Der Bundeskanzler hatte am Freitag in diesem Gespräch unter anderem betont, dass es nach einer Zulassung des russischen Impfstoffs durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) dazu kommen könne.

Laut einer Aussendung der russischen Botschaft sind am Montag im Bundeskanzleramt aber auch erneut die Bemühungen des staatlichen "Russischen Fonds für Direktinvestitionen" (RFPI) hinsichtlich der Produktion von Sputnik V in Österreich erörtert worden. Nachdem Fonds-Chef Kirill Dmitrijew kürzlich in einem ORF-Interview von "Verhandlungen mit mehreren österreichischen Firmen" gesprochen hatte, hatte die russische Botschaft die Übergabe eines Briefs verlautbart: "Auf RFPI-Initiative wurde die österreichische Regierung über die vorhandenen Möglichkeiten informiert", sagte Botschafter Ljubinski der russischen Nachrichtenagentur TASS.

Polymun Scientific im Gespräch

Konkrete Angaben über jene Firmen in Österreich, mit denen über eine etwaige Produktion von Sputnik V verhandelt werden soll, blieben russische Stellen indes bisher schuldig. Ein Botschaftssprecher erklärte am Dienstag der APA, dass es aus Sicht der Botschaft nicht korrekt wäre, diese Namen von Dritten zu nennen. Der "Standard" berichtete indes am Montag, dass die Firma Polymun Scientific in Klosterneuburg, die bereits Komponenten für den Impfstoff von BioNTech/Pfizer herstelle, auch für eine etwaige österreichische Produktion von Sputnik V sowie des Impfstoffes von AstraZeneca infrage käme.

(APA/Red)

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