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SPÖ: Coronakrise vergrößere Geschlechter-Ungleichheit

Heinisch-Hosek kritisierte die amtierende Frauenministerin Susanne Raab.
Heinisch-Hosek kritisierte die amtierende Frauenministerin Susanne Raab. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Die SPÖ- Frauenchefin Heinisch-Hosek ortete eine Vergrößerung bei der Geschlechter-Ungleichheit durch die Coronakrise. Frauenministerin Raab unternehme jedoch kaum etwas dagegen.

SPÖ-Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek attestiert Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) mangelndes Interesse an der Situation von Frauen. Die Coronakrise vergrößere noch Geschlechter-Ungleichheiten, stellte Heinisch-Hosek im Gespräch mit der APA fest und forderte eine Analyse der Unterstützungs-Milliarden. Es zeige sich: "Das Krisenmanagement ist männlich." An der Spitze der SPÖ-Frauen kommt es wie bereits angekündigt 2021 zum Wechsel.

Raab mache keine Anstalten, die Lebenssituation von Frauen zu verbessern

"Ich muss Raab den Vorwurf machen, dass sie auf die Lebensrealität, die Situation der Frauen, überhaupt nicht eingeht. Sie wäre da, um sich einzumischen", kritisierte die frühere Frauenministerin. Raab gehe es lediglich um das Thema Gewaltschutz: "Sonst macht sie keine Anstalten, um die Lebenssituation von Frauen aufzuzeigen, geschweige denn zu verbessern. Sie müsste wöchentlich Ansagen zur Lebenssituation von Frauen machen, weil das männliche Krisenmanagement darauf vergisst. Frauen fühlen sich im Stich gelassen."

Bisschen etwas sei in diesem Jahr weitergegangen, aber: "Wenn die Regierung etwas macht, das wir schon lange fordern, dann macht sie nur halbe Sachen." Heinisch-Hosek nannte aus ihrer Sicht etwa als Beispiel den Rechtsanspruch auf die Sonderbetreuung, die Freistellung schwangerer Frauen - das sollte für alle gelten, oder die Senkung der Mehrwertsteuer auf Hygieneartikel, denn diese sollte ganz wegfallen.

Die SPÖ-Frauen starten am 18. Jänner mit dem Barbara Prammer Symposium in Form einer Videokonferenz ins neue Jahr. Beim kommenden Frauentag werde man "laut auf der Straße" und ebenso auf Social Media aktiv sein, kündigte die Bundesfrauenchefin an. Gefordert seien "intelligente Beschäftigungsmodelle", die eine Vereinbarkeit ermöglichen, sowie konkrete Programme bezüglich der Digitalisierung, "damit Frauen das nächste Jahr finanziell gut überstehen".

Wechsel an der Spitze der SPÖ-Frauen

An der Spitze der SPÖ-Frauen wird es nächstes Jahr zu einem Wechsel kommen. Heinisch-Hosek, seit 2009 in dieser Funktion, tritt selbst nicht mehr an, ihre Nachfolge ist noch offen. Die Frauenkonferenz wird voraussichtlich im Herbst stattfinden, wie gehabt vor dem Bundesparteitag. Mit der Parteivorsitzenden Pamela Rendi-Wagner zeigte sie sich "sehr zufrieden", zumal sich gerade in der Coronapandemie zeige, "dass Krisenmanagement auch anders sein könnte". Ob die SPÖ bei der nächsten Bundespräsidentenwahl jemanden aus ihren Reihen ins Rennen schicken oder Amtsinhaber Alexander Van der Bellen unterstützen wird, sei noch nicht entschieden. Grundsätzlich meinte Heinisch-Hosek: "Österreich ist längst reif für eine Bundespräsidentin und eine Bundeskanzlerin."

(APA/Red)

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