Spitäler am Limit: Infektionszahlen steigen stärker als prognostiziert

Die Corona-Infektionszahlen steigen stärker als prognostiziert.
Die Corona-Infektionszahlen steigen stärker als prognostiziert. ©APA/EXPA/STEFANIE OBERHAUSER
Die aktuellen Infektionszahlen liegen signifikant über dem Mittelwert, den das Covid-Prognosekonsortium in seiner bis dato letzten Berechnung angenommen hatte. Diese Entwicklung besorgt vor allem die Spitäler.
11.398 Neuinfektionen am Mittwoch

Die Experten waren in der Vorwoche bezogen auf den Mittwoch von einem Sieben-Tages-Schnitt von 7.878 neuen Fällen pro Tag ausgegangen. Für den allerschlimmsten Fall wurde ein Sieben-Tages-Schnitt von maximal 9.404 errechnet - die Realität ist diesem Worst Case -Szenario also sehr nahe gekommen.

Corona-Infektionen steigen weiter massiv: Sorge in den Spitälern

Diese Entwicklung dürfte vor allem in den Krankenhäusern mit größter Sorge beobachtet werden, da die Spitäler teilweise jetzt schon mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten am Limit sind. Der sprunghafte Anstieg bei den Neuinfektionen wird sich erst zeitverzögert - in sieben bis zehn Tagen - in den Spitalszahlen niederschlagen. Dabei mussten schon in den vergangenen 24 Stunden 85 weitere Personen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 stationär behandelt werden. Auf den Intensivstationen des Landes liegen derzeit 413 Patientinnen und Patienten mit Covid-19. Auch diese Zahl ging innerhalb eines Tages deutlich mit zehn Personen in die Höhe. Innerhalb einer Woche stieg die Belegung der Intensivbetten um 80 an.

Bereits kommende Woche mehr als 600 Intensivpatienten möglich

Sollte dem fast eingetretenen Worst-Case-Szenario nicht Einhalt geboten werden, wäre unter Zugrundelegen des letztwöchigen Rechenmodells des Covid-Prognosekonsortiums bereits am kommenden Mittwoch (17. November) von mehr als 600 Intensivpatientinnen und -patienten auszugehen. Die Entscheidungsträger stehen im Zusammenhang mit dem ICU-Belag mit Covid-Patientinnen und -Patienten allerdings vor der Schwierigkeit, dass es offenbar nach wie vor keinen tagesaktuellen verlässlichen Überblick über die tatsächliche Auslastung im Intensivbettenbereich gibt, wie Experten hinter vorgehaltener Hand der APA bestätigten.

Keine einheitliche Zählweise bei Zahlen zu den Intensivpatienten

Demnach soll es in einzelnen Bundesländern vorgekommen sein und womöglich weiter vorkommen, dass schwere Covid-19-Fälle nicht mehr als intensivpflichtig ausgewiesen werden, sobald ihr Ct-Wert, mit dem die Viruskonzentration im Blut gemessen wird, einen bestimmten Wert erreicht (je höher der Ct-Wert, desto geringer die Viruskonzentration, Anm.), obwohl die Betroffenen weiter intensivmedizinischen Betreuungsbedarf haben. Außerdem soll es beim Überblick über den ICU-Belag insofern keine einheitliche Zählweise geben, als mancherorts die Intermediate Care (IMC) dem ICU-Bereich zugerechnet wird, während andernorts nur systematisierte ICU-Betten für den Kapazitäten-Ausweis herangezogen werden, hieß es gegenüber der APA. IMC-Patientinnen und -Patienten sind solche, die keiner intensivmedizinischen Behandlung bedürfen, aber intensiv pflegerisch betreut und mit ihren Vitalfunktionen überwacht werden müssen. An sich ist eine ICM-Station damit eine Behandlungsstufe zwischen Intensiv- und Normalstation.

(APA/Red)

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