SPD-Chef Beck rief zu Nokia-Boykott auf

Nokia-Werksschließung in Bochum
Nokia-Werksschließung in Bochum ©APA (dpa)
Angesichts der geplanten Schließung des Nokia-Werks in Bochum fordern immer mehr deutsche Politiker die Verbraucher zum Boykott des Finnischen Konzerns auf. SPD-Chef Beck sagte der "Bild am Sonntag", ihm komme kein Nokia-Handy mehr ins Haus. "Wir alle können gemeinsam deutlich machen, dass wir uns nicht vorführen lassen". EU-Kommissionspräsident Barroso kündigte EU-Hilfen für die Beschäftigten an.

Auch der Grünen-Politiker Kuhn sagte dem Bremer “Kurier am Sonntag”, jeder müsse überlegen, ob er Produkte solcher Firmen noch kaufe. Zuvor hatten bereits Politiker wie CDU-Verbraucherschutzminister Seehofer und SPD-Fraktionschef Struck angekündigt, keine Nokia-Handys mehr benutzen zu wollen. Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Rüttgers hatte auf die Macht der Verbraucher hingewiesen.

SPD-Generalsekretär Heil hält die Pläne von Nokia zur Schließung seines Bochumer Werkes für inakzeptabel. “Das ist eine Frechheit gegenüber den Menschen in Bochum”, sagte er am Samstag. “Erst Fördergelder einstreichen und dann, um die Rendite noch weiter in die Höhe treiben zu wollen, ins Ausland verschwinden – das geht so nicht,” fügte Heil hinzu.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung setzt unterdessen darauf, in weiteren Gesprächen mit dem Nokia-Management Perspektiven für die Beschäftigten des vor der Schließung stehenden Bochumer Werks ausloten zu können. Ministerpräsident Rüttgers sagte, er sei froh, dass es ein erstes Treffen gegeben habe. Weitere würden folgen.

“Ich verstehe die Betroffenheit der Menschen in Bochum”, sagte Barroso der “Wirtschaftswoche”. “Gerade weil wir auch um die Härten von Veränderungsprozessen wissen, stehen unser Sozial- und unser Globalisierungsfonds in Fällen zur Verfügung, in denen die Mitgliedstaaten solche Veränderungen nicht allein auffangen können.”

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