Sparen mittels Eigenleistung

Das „Ausbauhaus“, auch Mitbauhaus genannt, ist generell ein Fertighaus, dessen Innenausbau von Bauherren ganz oder teilweise in Eigenregie vorgenommen wird. Bei einem „Ausbauhaus“ ist ein Mindestleistungsumfang definiert und für den Fertighausanbieter verbindlich vorgeschrieben.

Außen ist das Ausbauhaus komplett fertig gestellt. Fenster und Türen sind eingebaut, der Verputz ist aufgetragen. Das Haus ist eingedeckt. Innenarbeiten, wie etwa das Verspachteln der Wände, das Aufbringen des Estrichs, Malen, Tapezieren, Böden verlegen oder das Installieren der elektrischen Leitungen in die vorhandene Leerverrohrung werden vom Bauherren selber erledigt. Die Kosten für das Haus können im Idealfall um bis zu 30 Prozent unter dem eines schlüsselfertigen Baus liegen. Im Hinblick auf die Qualitätssicherung und die Sicherheit sollten allerdings Spezialisten beauftragt werden. Elektro- und Gasinstallationen müssen sowieso durch ein befugtes Unternehmen erfolgen.

Zeitbudget beachten 

Bei der Entscheidung, welche Arbeiten man selbst in Angriff nimmt, sollte nicht nur das handwerkliche Können, sondern auch das eigene Zeitbudget eine wichtige Rolle spielen. Nur so kann verhindert werden, dass sich die erhofften Einsparungen nicht im Gegenzug auf das Zeitkonto des Bauherren niederschlagen. Es besteht immer die Gefahr der Selbstüberschätzung. Deshalb gilt es, schonungslos durchzurechnen, ob sich der eigene Einsatz tatsächlich lohnt.

Lohnen sich Eigenleistungen?

So sollte man sich immer vor Augen halten, was man handwerklich bereits verwirklicht hat. Schließlich bringen Handwerker bei ihrer Arbeit fachliche Ausbildung und Erfahrung mit, und manchmal braucht es auch Spezialwerkzeug. Eigenleistungen sind eigentlich bei allen Hausbauen möglich. Allerdings sollte der Bauherr sich bereits vorab genau informieren, was seine Mitarbeit wirklich in Euro und Cent an Ersparnis bringt und wie hoch der Zeitaufwand ist. Wer etwa die Zwischendecken in einem 100-Quadratmeter-Haus mit Gipskartonplatten verkleidet, spachteln und streichen will, muss dafür rund 100 Arbeitsstunden ansetzen. Belagsarbeiten an Wänden, Decken und Böden sind besonders lohnenswert, da die Materialkosten niedrig sind, die Lohnkosten aber vergleichsweise hoch. Das durchschnittliche Einsparpotenzial liegt bei 2500 Euro.

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