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Sozialpädagogen fordern regelmäßige Corona-Tests

Der DJÖ fordert regelmäßige Schnelltests und eine Einbindung in die Impfstrategie.
Der DJÖ fordert regelmäßige Schnelltests und eine Einbindung in die Impfstrategie. ©APA/DPA/Kay Nietfeld
Der Dachverband Österreichischer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen fühlt sich bei den Corona-Tests und der Impfstrategie bisher "von der Politik übersehen".

"Die Fachkräfte der Jugendhilfe fordern ab sofort regelmäßige Testungen ihrer Mitarbeitenden in Bezug auf Corona, und sie fordern, bei den ersten Impfungen berücksichtigt zu werden", wurde am Donnerstag an die Verantwortlichen appelliert.

Jugendhilfe fühlt sich "übersehen" und will regelmäßige Covid-Tests

Sozialpädagoginnen und -pädagogen leben tagtäglich mit 8.000 Kindern und Jugendlichen in Wohngemeinschaften auf engstem Raum zusammen. Mitarbeiter besuchen bzw. haben regelmäßig Kontakt mit 37.000 gefährdeten Kindern und Jugendlichen in ihrem familiären Umfeld, erläuterte Hubert Löffler, langjähriger Mitarbeiter in der Jugendhilfe und Geschäftsführer des DÖJ. Nötig sei, "dass sobald wie möglich regelmäßige Schnelltests ermöglicht werden und eine generelle Zusage für die volle Abdeckung der Pandemie-bedingten Mehrkosten erteilt wird".

Die Verantwortung für die Kinder- und Jugendhilfe sei von der vorherigen Regierung gegen die Empfehlung aller Fachleute in die alleinige Kompetenz der Bundesländer übergeben worden, erinnerte Löffler und kritisierte: "Und jetzt zeigt sich, wie verheerend das ist. Obwohl man sich in einer 15-a Vereinbarung mit dem Bund zu gleichen Mindeststandards verpflichtet hat, werden diese in Bezug auf den Umgang mit der Coronakrise völlig unterschiedlich gehandhabt." In manchen Bundesländern seien die Jugendhilfe-Einrichtungen finanziell sowie mit Schutzmaterialien gut unterstützt worden, "in anderen wurde gar nichts gemacht".

Auch Mehrkostenabdeckung gefordert

So würden Länder die stationären Einrichtungen verpflichten, während des Lockdowns ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken - ohne Zusage, dass die Mehrkosten verrechnet werden können, berichtete Löffler. Kaum eine Einrichtung habe die nötige EDV-Ausstattung, um Homeschooling sinnvoll einsetzen zu können.

Manche Bundesländer würden auch jetzt schon Schnelltests zur Verfügung stellen, andere hingegen nur darauf hinweisen, dass für kranke Kinder Meldepflicht bestehe, schilderte Löffler. In einigen Bundesländern dürfen ambulante Mitarbeiter in stationären Bereichen aushelfen, in anderen nicht. Ob Mitarbeitende in der Jugendhilfe als systemrelevant anzusehen sind, werde in vielen Bundesländern von den regionalen Gesundheitsbehörden unterschiedlich entschieden. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in den Jugendämtern würden sogar "von ihrer Aufgabe der Abklärung von Gefährdung abgezogen und hauptsächlich im Bereich des Corona-Contact-Tracing eingesetzt".

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(APA/Red)

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