AA

Sony gerät mit PlayStation unter Druck

Sony gerät in seinem PlayStation-Geschäft weiter unter Druck und könnte Marktanteile an seinen ärgsten Rivalen Microsoft verlieren. Die Xbox 360 ist bereits seit dem Weihnachtsgeschäft in den Läden.

Ein in der vergangenen Woche verlorener Patentstreit könnte den Verkauf von Controllern für die PlayStation in Frage stellen. Ob die neue PlayStation 3 wie geplant noch im Frühjahr auf den Markt kommt, wurde in der Branche zuletzt vielfach bezweifelt. Profitieren würde die Konkurrenz: „Jede Verzögerung wird uns als erstem auf dem Markt einen großen Vorteil bringen“, betonte Anres Vejarano, Asien-Manager bei Microsoft. Die Xbox 360 des Windows-Herstellers ist bereits seit dem Weihnachtsgeschäft in den Läden.

„Es gibt keine Änderungen in unserem Zeitplan für die PlayStation 3 im Frühjahr“, sagte Satoshi Fukuoka, Sprecher von Sony Computer Entertainment, der Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag. Sony selbst hatte in den vergangenen Monaten eine Verzögerung bei der für das Frühjahr angekündigten PlayStation 3 nicht ausgeschlossen. Die Finanzagentur Merrill Lynch hatte zuvor eine Verspätung von bis zu einem Jahr prognostiziert.

Nach Einschätzung der Analysten hat Sony ernsthafte Probleme mit der Produktion der Video-Chips, der Überhitzung des Geräts und rechtzeitig zum anvisierten Start noch nicht genügend Spiele-Titel parat. Anders als Microsoft will Sony auch neueste Technologien einsetzen. So soll die PlayStation mit dem neuen Mehrkerne-Prozessor „Cell“ von IBM sowie einem Blu-ray-Laufwerk ausgestattet sein.

Nach der Niederlage in einem Patentstreit vergangene Woche droht Sony nun weiterer Ärger. Ein US-Bundesrichter hatte Sonys Einspruch gegen die von der US-Firma Immersion seit 2002 erhobenen Forderungen abgewiesen. Immersion hält nach eigenen Angaben Patente auf Technologien, die sowohl Sony als auch Microsoft in ihren Controller genannten Steuerungsgeräten für die Spieler verwenden. Während Microsoft sich außergerichtlich mit Immersion geeinigt hatte, weigerte sich Sony, die Lizenzforderungen für die so genannten Dual Shock Controller anzuerkennen. Dem „Wall Street Journal“ zufolge drohen dem japanischen Elektronikkonzern nun Zahlungen in Höhe von weit über 90 Mio. Dollar.

Inzwischen wird in der Branche heiß diskutiert, wass der japanische Elektronikkonzern in einer für Mittwoch in Tokio angesetzten Konferenz bekannt geben wird. Ob das Unternehmen dabei konkrete Daten zum Verkaufsstart nennen wird, blieb auch am Dienstag noch ungewiss. Die als Konferenz für Software-Entwickler geplante Veranstaltung sei kein geeigneter Rahmen für eine solche Ankündigung, zitierte der Branchendienst „c’net“ einen Analysten, der nicht genannt werden wollte. Für eine solche Bekanntgabe würde Sony gewiss eine deutlich größere Veranstaltung planen. Inzwischen will Sony jedoch angeblich auch Analysten und Medienvertreter zur Konferenz zulassen. Generell gingen die Analysten derzeit davon aus, dass die PS3 in den USA und Japan zum Weihnachtsgeschäft für rund 500 Dollar in den Handel kommen wird, hieß es.

Die Turbulenzen um den japanischen Elektronikriesen spielen Microsoft derzeit in die Hände. Als einziger der großen Konkurrenten (Sony und Nintendo) in dem Milliarden schweren Videospiele-Markt hatte Microsoft seine Konsole der nächsten Generation weltweit noch zum vergangenen Weihnachtsgeschäft ausliefern können. Am kommenden Donnerstag will das zur Nummer zwei im Konsolen-Markt aufgestiegene Unternehmen die Xbox 360 nun auch in Hongkong, Singapur und Taiwan einführen. In Japan, dem Heimatmarkt des Marktführers, steht das High-Tech-Spielzeug wie in Europa und den USA seit Anfang Dezember in den Regalen. Allein bis Ende 2005 hatte das Unternehmen 1,5 Mio. Xbox 360 verkauft.

  • VIENNA.AT
  • Multimedia & Technik
  • Sony gerät mit PlayStation unter Druck
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen