Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

"Sommer in Wien": Petra Hartlieb setzt ihre Wien-Reihe fort

"Sommer in Wien": Petra Hartlieb erzählt die Geschichte des Kindermädchens Marie weiter
"Sommer in Wien": Petra Hartlieb erzählt die Geschichte des Kindermädchens Marie weiter ©DuMont / APA/HERBERT NEUBAUER
Sie betreibt nicht nur eine bekannte Wiener Buchhandlung, sondern ist auch als Autorin sehr umtriebig: Petra Hartlieb erzählt in ihrem neuen Roman "Sommer in Wien" die fiktive Geschichte eines Kindermädchens im Hause des Schriftstellers Arthur Schnitzler zur Jahrhundertwende in Wien weiter.
Rezension: "Ein Winter in Wien"
"Hartliebs Bücher" ausgezeichnet

Petra Hartlieb ist nicht nur als Buchhändlerin keine Unbekannte. 2014 erschien mit "Meine wundervolle Buchhandlung" ihr erster Roman, der kurz darauf zum Bestseller avancierte.

Hartlieb schildert Freud und Leid einer Buchhändlerin

In dem autobiographischen Buch schilderte Hartlieb ihren Werdegang in der Branche und die Übernahme sowie das Alltagsgeschehen ihrer Buchhandlung "Hartliebs Bücher" in Wien-Währing. Dass sich das Geschäft in der Weihnachtszeit in ein Tollhaus verwandelt, da dies Jahr für Jahr die umsatzträchtigste Zeit darstellt, war dann noch detaillierter 2018 in der Fortsetzung "Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung" so unterhaltsam wie pointiert nachzulesen.

Romanreihe um Kindermädchen im Hause Schnitzler

Dass ihr das Schreibhandwerk liegt, zeigte Hartlieb jedoch darüber hinaus in einer Romanreihe, die 2016 mit "Ein Winter in Wien" ihren Anfang nahm und sich 2018 mit "Wenn es Frühling wird in Wien" kongenial fortsetzte. Nun liegt der jüngst erschienene dritte Band ihrer Reihe vor, der insgesamt fünfte Roman aus Hartliebs Feder - schlicht "Sommer in Wien" betitelt.

Wir befinden uns im letzten Sommer der Belle Époque, als die Geschichte um Marie Haidinger, das Kindermädchen im Haus des berühmten Wiener Dichters Arthur Schnitzler, weitergeht. Neben dessen in der Sternwartestraße im Cottageviertel nahe dem Türkenschanzpark befindlicher nobler Residenz ist auch die "wundervolle Buchhandlung" auf der Währinger Straße, die heute von Hartlieb betrieben wird, einmal mehr Schauplatz des Geschehens. Damals jedoch noch als - wie von Hartlieb historisch korrekt wiedergegeben - Buchhandlung "Friedrich Stock", in welcher der junge Buchhändler Oskar Nowak arbeitet, welcher seit dem Auftakt der Reihe, "Ein Winter in Wien", dem Kindermädchen zunehmend romantisch zugetan ist.

Romantik und Zeitgeschehen in "Sommer in Wien"

Und romantisch geht es auch weiter: In "Sommer in Wien" nimmt uns Hartlieb nicht nur erstmals an einen Schauplatz mit, der nicht in Österreich gelegen ist: auf die mondäne Adria-Insel Brioni, wohin Marie, das einfache Mädchen vom Land, die Familie Schnitzler in die Sommerfrische begleitet. Vielmehr dreht sich alles um die Vertiefung und Intensivierung der Beziehung zwischen Marie und Oskar.

Der junge Buchhändler und inzwischen sogar Teilhaber am Geschäft musste zwar in Wien zurückbleiben und darf Maries Begeisterung über ihren ersten Aufenthalt am Meer nur mittels brieflicher Schilderungen miterleben. Doch kaum ist diese heimgekehrt, trifft man sich wieder zu Spaziergängen und Wanderungen durch Wien, besucht das eine oder andere Kaffeehaus und rettet schließlich mit vereinten Kräften Fanny Gold, die Tochter eines bekannten Buchhändlers in der Wiener Innenstadt, aus den Fängen einer schweren Depression, in welche diese verfallen ist, nachdem sie den Untergang der Titanic als Passagierin nur knapp überlebte.

Hartlieb bettet hier wie schon in den Vorgängerbänden politische Ereignisse bzw. Zeitgeschehen wie nebenbei in die Romanhandlung ein und verankert so ihre leichtfüßige Liebesgeschichte fest im historischen Kontext der damaligen Zeit. So gipfelt denn das kurzweilige Bändchen, das gerade einmal 176 Seiten umfasst, nach vielen Wendungen rund um eine unverhoffte Erbschaft, die es Oskar ermöglicht, Marie zu ehelichen, die daraufhin ihre Anstellung im Hause Schnitzler aufgibt, wozu sich bald Kindersegen gesellt, in der Nachricht vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Lese-Empfehlung für die Sommerfrische 2019

"Sommer in Wien" ist eine unterhaltsame, feine kleine Lektüre - leichtfüßig und luftig, perfekt geeignet für die Sommerfrische. Es bleibt zu hoffen, dass Hartlieb in absehbarer Zeit den Reigen der Jahreszeiten um einen Titel ergänzen wird, der den Herbst in Wien beinhaltet - und damit die Tetralogie um (nunmehr Ex-)Kindermädchen Marie Haidinger zuende bringt. Man geht wohl nicht fehl, angesichts des bisherigen Verlaufs der Geschichte hierbei ein Happy End zu erwarten.

Petra Hartlieb: "Sommer in Wien", DuMont, 2019. 176 Seiten, 18,40 Euro, ISBN 978-3-8321-8372-1

  • VIENNA.AT
  • Bücher
  • "Sommer in Wien": Petra Hartlieb setzt ihre Wien-Reihe fort
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen