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Soho in Ottakring: Freie Meinungen im Sandleitenhof

In Wien-Ottakring geht es um Meinungsfreiheit.
In Wien-Ottakring geht es um Meinungsfreiheit. ©Lena-Lapschina
Das Kunstprojekt "Soho in Ottakring" widmet sich die nächsten Wochen dem Thema "Freie Meinungen in Zeiten des Populismus". Dazu gibt es Ausstellungen, aber auch Diskussionen und Dialoge.

Treffen sich zwei Neandertaler und unterhalten sich über Politik. Ist rechts oder links vielleicht eine Frage für die Hirnforschung? Das Comic von Hansel Sato ist eine von vier künstlerischen Positionen der neuen "Soho in Ottakring"-Ausstellung: "Freie Meinung in Zeiten des Populismus" heißt die Schau, die heute, Dienstag, Abend im Sandleitenhof eröffnet wird.

Meinungsfreiheit in Österreich und anderswo gelte es gerade in Zeiten von Social-Media-Blasen und des aufstrebenden Populismus "immer wieder neu zu definieren und zu beleuchten", betonte Soho-Gründerin Ula Schneider bei einem Pressetermin. Das Überthema "Wie meinen?" hat sich das ortsspezifische Kunstfestival, das heuer sein 20-jähriges Bestehen feiert, für zwei Jahre vorgenommen. Das Künstlerquartett Karolina Bregula, Miklos Erhardt, Lena Lapschina und Hansel Sato macht dazu einen subtilen Auftakt.

Ausstellung im Alten Kino im Sandleitenhof

Unter dem bröckelnden Putz des Alten Kinos im Sandleitenhof sind mehrheitlich Projektionen installiert. Lapschina stellt dabei nordkoreanische Cheerleaderinnen ins Zentrum, in deren sportliches Fahnenschwenken man als Besucher auch miteinstimmen kann. Weiter hinten hat Miklos Erhard zwei schräg gegenüberliegende Leinwände platziert - "Parrhesia" zeigt auf der einen Seite einen Monolog aus einer ungarischen Doku aus 1975, in dem ein junger Arbeiter über die Geschichte seiner Ausbeutung spricht, auf der anderen eine zeitgenössische wörtliche Nachstellung durch den Künstler und wirft damit Fragen nach der Authentizität unangenehmer Wahrheiten auf.

Karolina Bregula erzählt in einer Videoinstallation von einer Skulptur, die mit der Ansage "Ich möchte Ihnen eine Frage stellen" dafür sorgt, dass Menschen einen weiten Bogen um sie machen - gedreht in Taiwan, aber leicht übertragbar in die restliche Welt - und Hansel Sato hat mit seinen Collagen und Comics, in denen er politische Thesen des Moralpsychologen Jonathan Haidt herunterbricht, ganze Wände tapeziert. Sind Rechte empathischer als Linke? Warum wählen ärmere Schichten überall auf der Welt oftmals gegen ihre eigenen Interessen? Es handle sich nicht zuletzt um eine Auseinandersetzung "mit dem Populisten in mir", so Sato heute. "Populismus missbraucht die freie Meinung für Manipulation."

Diskussionen mit Journalisten geplant

Rund um die Ausstellung, die bis zum 27. Oktober zu sehen ist, bietet Soho in Ottakring ein umfangreiches Diskurs- und Filmprogramm - den Auftakt dazu macht am Freitagabend eine Diskussion mit den Journalisten Delna Antia-Tatic (das biber), Michael Fleischhacker (Addendum) und Nina Horaczek (Falter) zur Bedeutung der freien Meinung im heutigen Mediendiskurs.

(APA/red)

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