Social Design Wettbewerb ins Leben gerufen

Gemeinsam mit dem österreichischen Kulturforum New York sowie dem dortigen Museum of Art and Design ruft die Wiener Universität für Angewandte Kunst einen Wettbewerb für Social Design ins Leben.

“In Zeiten, in denen an anderen Universitäten Lehrgänge für Luxus-Design einen großen Zulauf haben, ist es ein international ganz heißes Thema, die ökologische und soziale Verantwortung zu betonen”, so Angewandte-Rektor Gerald Bast bei einer Pressekonferenz am  Dienstag in Wien. Ende November wird der internationale Wettbewerb, als dessen Höhepunkt auch der Victor J. Papanek Social Design Award verliehen wird, in New York vorgestellt.

Die Ausschreibung richtet sich an Designer in der ganzen Welt, die sowohl Produkte wie auch Konzepte bis 31. Mai 2011 einreichen können. Im Herbst 2011 werden die besten Arbeiten in einer Ausstellung in New York, dann auch in Wien, präsentiert. Die herausragendste Einreichung erhält den undotierten Papanek Award, nach dem aus Wien stammenden Designer und Theoretiker Victor J. Papanek. “Design, wenn es ökologisch und gesellschaftlich verantwortungsvoll sein soll, muss im wahrsten Sinne des Wortes revolutionär und radikal sein”, heißt es in dessen Buch “Design for the real world”, das “bis heute das am weitesten verbreitete Design-Buch der Welt” ist, so die Angewandte-Professorin und Leiterin der Papanek-Foundation, Alison Clarke.

“Wir sind stolz, Papanek mit euch zu teilen”, betonte der Chefkurator des New Yorker Museum of Art and Design, David McFadden – in Anspielung auf Papaneks spätere Heimat in den USA. Sein Nachlass befindet sich seit kurzem in Wien, im kommenden Jahr soll er öffentlich zugänglich gemacht werden. “Er hat uns gelehrt: Design ist keine einsame Tätigkeit – sie passiert unter Menschen und das bringt Verantwortung mit sich”, so McFadden. Mit dem Wettbewerb wolle man vor allem junge Leute ansprechen, hoffe auf “aufregende, stimulierende, provokante und überraschende” Lösungen für die Probleme der heutigen Gesellschaft.

Begleitend zu der Ausstellung im Museum wird sich das österreichische Kulturforum New York dem österreichischen Einfluss auf das sozialutopische Design der USA in einer weiteren Schau widmen. “Ich erinnere nur an Joseph Urban, Friedrich Kiesler oder Eva Zeisel”, so Kulturforums-Direktor Andreas Stadler. In solch guter Tradition denkt die Angewandte nun auch darüber nach, einen eigenen Master-Lehrgang für Social Design einzurichten. Den Wettbewerb, der frei nach Papaneks Buch “Design for the real world redux” genannt wurde, will man künftig jährlich veranstalten.

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