Slowenische Botschafterin in schweren Unfall verwickelt

Die slowenische Botschafterin in Bosnien-Herzegowina soll betrunken mit dem Auto gefahren und dabei einen schweren Verkehrsunfall verursacht haben.

In Bosnien wurden nach entsprechenden Medienberichten umgehend Rufe nach einer Abberufung von Natasa Vodusek laut. Die Botschafterin dementiert indes, alkoholisiert gewesen zu sein. Das Außenamt in Ljubljana (Laibach) wollte die Angelegenheit am Montag zunächst nicht kommentieren, denn die Unfallumstände seien noch nicht geklärt.

Die Botschafterin war am 13. Oktober in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo in einen Verkehrsunfall verwickelt. Medienberichten zufolge sei sie in stark alkoholisiertem Zustand gefahren und dabei mit dem Wagen eines bosnischen Staatsbürgers zusammengestoßen. Der Mann liegt seitdem mit schweren Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen, einem Milzriss und gebrochenen Rippen im Krankenhaus. Die Botschafterin wurde beim Unfall nur leicht verletzt und befindet sich derzeit auf Krankenurlaub in Slowenien.

Vodusek wies die slowenischen und bosnischen Medienberichte über den Unfall zurück: Sie habe weder die Karambolage verursacht, noch sei sie unter Alkoholeinfluss gestanden. Sie bedauerte, dass es zu dem Unfall gekommen sei, gab aber die Schuld dafür dem gegnerischen Fahrer, der ihrer Darstellung nach bei Rot die Kreuzung überquert habe.

Die Staatsanwaltschaft in Sarajevo hat allerdings gegenüber dem slowenischen Fernsehsender POP TV bereits bestätigt, dass die Botschafterin 1,84 Promille Alkohol im Blut hatte. Vodusek behauptet hingegen, dass bei ihr kein Alkohol-Test durchgeführt worden sei und dass sie von den bosnischen Ermittlungsbehörden bisher auch noch nicht vernommen wurde. Als Botschafterin genießt sie diplomatische Immunität.

Der Unfall ist in Bosnien unterdessen zu einer politischen Angelegenheit geworden. Die bosnische Sozialdemokratische Partei (SDP) hat die dortigen Behörden aufgerufen, Slowenien klar zu machen, dass es Zeit sei, “dass Botschafterin Vodusek Bosnien-Herzegowina verlässt”, berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA. Die Partei betont, dass Vodusek “das Leben der bosnischen Bürger gefährdet, indem sie unter Alkoholeinfluss fährt und sich nicht dafür entschuldigt bzw. keine Besorgnis über ihre Handlungen zeigt”.

Die SDP wirft in einer Aussendung der Botschafterin außerdem vor, sie habe die Ansichten des Premiers der bosnischen Serbenrepublik (Republika Srpska) Milorad Dodik, “befürwortet und gefördert”. Die slowenische Regierung habe sich entgegen den Erwartungen der Partei nicht von dieser Vorgangsweise abgegrenzt.

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