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Silvester: Menschen feiern, Tiere leiden

Während die Menschen feiern, leiden oft die Tiere.
Während die Menschen feiern, leiden oft die Tiere. ©dpa/lhe/Martin Oeser
Dass Tiere und Lärm sich nicht gut vertragen, ist weitgehend bekannt. Pfotenhilfe ruft nun unter dem Motto "Tieren Freude machen statt Böller krachen" zum Umdenken auf.

Tier und Lärm vertragen sich bekanntlicherweise nicht besonders gut. Doch selbst von Tierfreunden wird dies oft zu Silvester noch verdrängt. Die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe möchte nun eine Umwandlung der Knallerei. Das Motto “Tieren Freude machen statt Böller krachen” soll den Feierlichkeiten auch den Tieren etwas Positives bringen.

Silvester: Vermehrt Tier-Suchanzeigen in sozialen Medien

“Anstatt Tiere noch extra zu quälen, sollten wir ihnen Silvester so erträglich wie möglich machen”, sagt Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler. Pfotenhilfe ruft dazu auf, statt den Böllern Spielzeug zu kaufen. Das kostet nämlich weniger und lenkt als Tierheimspende oder als Geschenk für den eigenen Hund oder die eigene Katze oftmals von Lärm und Angst ab.

Zwar gibt es bestehende Feuerwerksverbote in Ortsgebieten, diese nehmen jedoch nur auf die menschliche Gesundheit Rücksicht. Außerdem ist die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Tierheimen und Zoos verboten, für Haus- und Wildtiere gibt es jedoch keinen besonderen Schutz. Insbesondere Hunde geraten bei dem Lärm oft in Panik und laufen viele Kilometer, in vielen Fällen finden sie nicht mehr zurück. Gerade um den Jahreswechsel häufen sich verzweifelte Suchmeldungen auf den Social-Media Plattformen. Auch die Erfahrungen der Pfotenhilfe zeigt, dass um diese Zeit viel mehr Fundtiere aufgenommen werden müssen, beinahe rund um die Uhr.

“Auf den Koppeln des Tierschutzhofs Pfotenhilfe liegt nach der Silvesternacht doppelt so viel Pferdekot wie normal, was ein deutlicher Hinweis auf Stress ist”, sagt Stadler. “Wildtiere sind noch empfindlicher, rennen aus Angst davon und machen auch vor Straßen nicht Halt.”

Licht und Lärm an Silvester schadet den Tieren

Die Studie “Emissionen von Feuerwerken” des Österreichischen Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) bestätigt die Belastung der Tiere durch den Lärm und das Licht an Silvester. „Die Sicherheitsmaßnahme „Verwendung nur im Freien“ lässt die Tierwelt völlig unbeachtet. Nicht nur der Lärm, auch Lichteffekte werden als immanente Gefahr wahrgenommen und treiben Vögel und andere Tiere in die Flucht in der Dunkelheit. Sie verirren sich, sterben erschöpft und unterkühlt oder prallen in der Dunkelheit gegen Türen, Scheiben und Wände. Jedes Jahr werden Tausende Tiere verletzt, vermisst, gequält, getötet.” Die ÖVK-Studie zeigt, dass viele Vögel ein Knalltrauma erleiden, da sie zumeist viel näher an der Explosionsstelle sind als Menschen. Dabei kann das Trommelfell platzen und das Innenohr verletzt werden. Dadurch können Vögel ihren Gleichgewichtssinns verlieren und nicht mehr fliegen.

Pfotenhilfe: Tieren Freude machen statt Böller krachen

Wer auf ein Feuerwerk an Silvester jedoch nicht verzichten möchte, muss dies trotzdem nicht selbst kaufen. In vielen Städten werden professionelles Shows veranstaltet. Wer sich dafür entscheidet, das Geld anstelle von Feuerwerkskörpern für Tiere auszugeben, für den hat die Pfotenhilfe eine Wunschliste für das Tierheim zusammengestellt.

(Red)

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