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Silvester in Österreich: Private Sicherheitsdienste im Großeinsatz

Zu Silvester werden hunderte Security Mitarbeiter für Sicherheit in Wien sorgen.
Zu Silvester werden hunderte Security Mitarbeiter für Sicherheit in Wien sorgen. ©APA/EXPA/SEBASTIAN PUCHER
In Wien werden zu Silvester wieder hunderttausende Menschen unterwegs sein und in das neue Jahr feiern. Aus diesem Anlass sind hunderte private Security-Mitarbeiter in der Bundeshauptstadt unterwegs, um für Sicherheit zu sorgen.

Alleine in Wien werden rund 700.000 Menschen aus dem In- und Ausland in das neue Jahr feiern. “Die Wiener City ist damit einer der Hotspots der Nacht auf den 1. Jänner. Diese Großveranstaltung sicher über die Bühne zu bringen, ist eine Riesenherausforderung. Trotz eines umfassenden Sicherheitskonzeptes gibt es noch viele Unsicherheiten, vor allem was den Einsatz der privaten Sicherheitsdienste betrifft. Gerade angesichts der tödlichen Zwischenfälle auf Weihnachtsmärkten in den vergangenen Jahren ein nicht hinnehmbarer Zustand”, warnt Ursula Woditschka, Sekretärin des Fachbereichs Gebäudemanagement in der Gewerkschaft vida.

In der Silvesternacht werden hunderte Security-Mitarbeiter in ganz Österreich für Sicherheit sorgen. Jedoch gibt es gerade im privaten Sicherheitsgewerbe keine einheitliche Berufsausbildung oder eine Ausbildungsverpflichtung sowie Qualitätsstandards. “Diese gekaufte Sicherheit bringt jedoch oft zahlreiche, teils gefährliche Nachteile mit sich. Gesetzlicher Standard ist derzeit nämlich nichts, nicht einmal Grundkenntnisse in Erster Hilfe oder Brandschutz. Wer garantiert, dass im Fall des Falles nicht auch die privaten Bewacher davonlaufen, weil sie heillos mit der Situation überfordert sind?”, fragt die vida-Gewerkschafterin.

Einheitliche Regelungen für Ausbildung bei Sicherheitsdiensten gefordert

“Mit einer klaren gesetzlichen Regelung, welche Aufgaben zu welchen Bedingungen an private Sicherheitsdienste ausgelagert werden dürfen, und mit einheitlichen Ausbildungs- und Qualitätsvorschriften hätten auch Lohn- und Sozialdumping in diesem Bereich ein Ende”, ist Woditschka überzeugt. Ein Sicherheitsdienstleistungsgesetz sowohl zum Schutz der Beschäftigten als auch derer, die sie beschützen sollen, sei längst überfällig. “Wir haben diesbezüglich auch bereits bei Innenminister Herbert Kickl Druck gemacht”, so die vida-Gewerkschafterin.

Jedes Bundesland in Österreich hat unterschiedliche Vorgaben, wie hoch der Personaleinsatz im Sicherheitsbereich bei Veranstaltungen zu sein hat. Dies führt immer wieder zu Kritik. Dieser gesetzliche Fleckerlteppich gehört entsorgt, fordert Woditschka: “Wir brauchen einheitliche gesetzliche Regelungen. Sicherheit ist vom Bodensee bis zum Neusiedler See gleich viel wert und braucht beste Bedingungen.” Abschließend betont die vida-Gewerkschafterin noch einmal, dass “das Sicherheitsrisiko bei Massenveranstaltungen wie Silvesterfeiern ohne Zweifel professionell eingeschätzt wurde. Hinterfragt werden muss aber, wie qualifiziert die Menschen sind, die von privaten Sicherheitsdiensten im Einsatz sind. Klare Spielregeln sind für die Zukunft unabdingbar.”

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(Red)

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