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Sigmund Freud - Jude ohne Gott: Kritik und Trailer zum Film

Der französische Dokumentarfilmer David Teboul widmet sich in "Jude ohne Gott" dem großen Sigmund Freud - allerdings nicht in Form eines klassischen Interviewfilms, sondern mit einem auf Archivmaterial und neu gefilmten Super-8-Aufnahmen basierenden Essay. Davon auf den ersten Blick unabhängig lesen Stars wie Johannes Silberschneider, Birgit Minichmayr oder Catherine Deneuve aus Korrespondenzen Freuds und seiner Wegbegleiter.

Es ist weniger eine Traumdeutung als ein Traum, mit dem sich der Regisseur David Teboul dem großen Sigmund Freud nähert. In seinem dokumentarischen Film "Jude ohne Gott" stellt der Franzose die Lebensgeschichte des Vaters der Psychoanalyse in den Mittelpunkt, verzichtet dabei jedoch ganz auf handelsübliche Interviewformate, sondern hat ein assoziatives Essay geschaffen. Ab Freitag im Kino.

Sigmund Freud - Jude ohne Gott: Die Kritik

Teboul hat bereits Erfahrungen als filmischer Porträtist gesammelt, würdigte er doch bereits Größen wie den Fotografen Boris Mikhailov, die Politikerin Simone Veil oder Modemacher Yves Saint-Laurent auf der Leinwand. Und auch seine Freud-Hommage ist bei weitem keine gängige Dokumentararbeit geworden, sondern hinterlässt einen dislozierten, fragmentarischen und dabei doch in sich stimmigen Eindruck, der nahe der Logik des Traums ist.

So basiert die Arbeit ausschließlich auf tonlosem, oftmals unbekanntem Archivmaterial und von Teboul selbst gedrehten Super-8-Aufnahmen. Auf der Tonspur hingegen finden sich einzig vorgelesene Korrespondenzen der Familie Freud und ihrer Wegbegleiter. Johannes Silberschneider gibt hier akustisch den alten Freud mit brüchiger Stimme, während Birgit Minichmayr mit ihrem lasziven Timbre Lieblingstochter Anna spricht, die sich zu einer Hauptstimme in diesem Reigen entwickelt. Catherine Deneuve indes darf Freuds Gönnerin Marie Bonaparte stimmlich zum Leben erwecken.

Die Bilder und die Tonebene werden dabei meist bewusst in einer Bild-Ton-Schere gehalten. Teboul bebildert nicht das Gesagte, sondern zeigt Aufnahmen, die zur Assoziation einladen. Bisweilen erlaubt sich der Filmemacher dabei ein Augenzwinkern, wenn er zur Darlegung der Theorie des Todestriebs alte Unfälle mit Trams schneidet. Im großen Bogen ist "Jude ohne Gott" dabei chronologisch gehalten und setzt bei Kindheitserinnerungen an die Wiener Leopoldstadt ein, während das Ende der Tod im Londoner Exil 1939 setzt.

Und doch erlaubt sich der Fluss der Erzählung Abweichungen, Schleifen, Randständiges. Freuds Verhältnis zum Judentum nimmt dabei ebenso viel Raum ein wie sein Gedankenkonstrukt, mit dem er berühmt wurde. Private Familienbeziehungen finden sich neben der Liebe zu Chow-Chows und dem steten Auf und Ab in Freuds Freundschaften. Und nicht zuletzt wird Freud als großer Briefeschreiber präsentiert. So entsteht aus Geschichte und Geschichten mosaikgleich das scheinbar fragmentarische Bild eines Lebens und eines Denkers, das mit Abstand betrachtet detaillierter erscheint als manch naturalistisches Gemälde.

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(APA/Red)

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