Showdown: Stenzel gegen die Straßenkunst

Der Konflikt zwischen Ursula Stenzel und Wiens Straßenkünstlern spitzt sich zu.

Dass Ursula Stenzel das Flair des ersten Bezirks besonders am Herzen liegt, hat sie bereits im letzten Winter beweisen, als sie Designer-Punschstände aufstellen ließ, die der Innenstadt besser entsprächen, als die herkömmlichen Punschhütten im rustikalen Look. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist ihr die Straßenkunst, die wenn es nach ihr ginge wohl am besten ganz aus der City verschwinden sollte.

Derzeit spitzt sich die Lage rund um die neuen Regelungen zu, die die Bezirksvorsteherin schon bald durchsetzen möchte: Noch weniger Spielzeit für die Musiker, an weniger ausgesuchten Plätzen. Gar eine Jury soll angedacht sein, die entscheiden soll, welche Musik denn nun gespielt werden darf, um die Verkäufer der anliegenden Geschäfte nicht durch niveauloses Gedudel in den Wahnsinn zu treiben.

Stenzel erhielt Mitte März Rückenwind in ihren Bemühungen, und zwar durch eine Petition gegen Straßenmusik, welche ihr völlig unvorhergesehen überreicht wurde. Stolze 534 Wiener sollen Stenzel darin in ihrem Kampf gegen die Straßenkunst unterstützen.

Doch dieser Hoffnungsschimmer könnte sich als trügerisch erweisen. Denn Christoph Appel, Grafiker und selbst seit vier Jahren Straßenkünstler, hat wiederum gegen Stenzel mobil gemacht, und stolze 4000 Unterschriften für die Straßenkunst gesammelt. Im April möchte Appel der Politikerin die Unterschriften übergeben, und somit versuchen, Ursula Stenzel zu überzeugen, dass die Wiener die Straßenkunst doch nicht so stört wie sie selbst.

Was Frau Stenzel dabei nicht zu berücksichtigen scheint: Straßenkunst bedeutet für die Künstler nicht nur Jux und Tollerei, sondern eine Existenzsicherung. Denn als selbstständiger Musiker, Schauspieler oder Maler ist man oft darauf angewiesen, sich so den Lebensunterhalt sichern zu können, wie Appel im Vienna Online Interview erklärt.  

http://www.strassenkunst.gnx.at/

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