Shopping City Süd geht zu 45 Prozent an französische Crédit Agricole

Die Transaktion soll im dritten Quartal 2021 abgeschlossen sein.
Die Transaktion soll im dritten Quartal 2021 abgeschlossen sein. ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Österreichs größter Shoppingtempel, die Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf, geht zu 45 Prozent an die französische Großbank Crédit Agricole Assurances.

Der bisherige Alleineigentümer Unibail-Rodamco-Westfield führe das Management aber fort, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Netto-Angebotspreis für die gesamte Immobilie liege bei 1,065 Mrd. Euro.

Der auf Einkaufszentren spezialisierte französische Immobilienkonzern Unibail-Rodamco-Westfield will bis Jahresende 2022 europäische Vermögenswerte im Wert von 4 Mrd. Euro verkaufen. Ein Teilverkauf der SCS sei ein Eckpfeiler dieser Strategie. Zum Portfolio des Konzerns gehört in Österreich auch das Wiener Donauzentrum.

Transaktion vermutlich in Q3 abgeschlossen

Die Transaktion unterliege den üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich der kartellrechtlichen Freigabe, und werde voraussichtlich im dritten Quartal 2021 abgeschlossen sein, heißt es laut Mitteilung.

Die Coronakrise habe die Shopping City Süd bisher "solide gemeistert". "Gerade die zahlreichen Neu-Eröffnungen und Markteintritte von internationalen Marken in den letzten Monaten (Maisons du Monde, Mister Spex, Dyson etc.) zeigen, dass die SCS als Retail-Standort ein Alleinstellungsmerkmal auf dem österreichischen Markt genießt", so Unibail-Rodamco-Westfield. Die Veräußerung eines Minderheitsanteils an einen internationalen Investor zeige, dass die SCS am europäischen Markt "als resilientes und ertragssicheres Asset etabliert" sei. Die SCS zähle mit rund 25 Millionen Besuchern pro Jahr zu den zehn besucherstärksten Einkaufszentren in Europa.

Unibail-Rodamco-Westfield übernahm 2008 die SCS

Unibail-Rodamco-Westfield (damals Unibail-Rodamco) übernahm die Shopping City Süd im Jahr 2008 von der Hans Dujsik Privatstiftung. Medien hatten den Kaufpreis damals mit 600 bis 800 Mio. Euro beziffert.

Anfang der 1970er-Jahre hatte der Wiener Textilfabrikant Hans Dujsik (1924 bis 2003) die Idee, am Stadtrand von Wien eine neue Einkaufsstadt zu gründen. 1976 wurde die Shoppingmall eröffnet. 1977 machte dort das erste Ikea-Möbelhaus in Österreich auf. 1988 wurde die SCS um eine Verkaufsfläche von 40.000 Quadratmeter erweitert, 1989 erhielt der Shoppingtempel eine eigene Autobahnabfahrt. 1994 kam das Multiplex mit Kino-Center dazu. 2002 wurden Haupthaus, Ikea und Multiplex verbunden. Von Mitte 2010 bis Ende 2013 wurde die SCS bei laufendem Betrieb um rund 150 Mio. Euro modernisiert und umgebaut.

Laut Website hat die SCS (235.000 m2 Verkaufsfläche) rund 330 Shops, in denen 5.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt werden. Das gesamte SCS-Areal macht jährlich einen Umsatz von 1,16 Mrd. Euro.

(APA/Red)

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