Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Shoplifters - Familienbande: Kritik und Trailer zum Film

In einer kleinen Zwei-Zimmerwohnung leben fünf Familienmitglieder auf engstem Raum zusammen - und dann kommt eines Tages noch ein verwahrlostes Mädchen hinzu, das hier Schutz und Geborgenheit findet. "Shoplifters - Familienbande" erzählt von Menschen am Rande der Gesellschaft, von Missbrauch und ungewöhnlichen Familienkonstellationen. Das Drama des Japaners Kore-Eda Hirokazu wurde im Mai beim Festival in Cannes völlig zu Recht mit der Goldenen Palme für den besten Film ausgezeichnet.

Was macht eine Familie zu einer Familie? Diese Frage steckt im Kern von “Shoplifters”, dem neuen Drama von Hirokazu Kore-eda, das auf dem Filmfestival in Cannes die Goldene Palme gewann. Es ist eine zärtliche Untersuchung dessen, was eine echte Familie ausmacht und deutet an, dass wir wahres Mitgefühl oft unter den Fremden finden, denen wir in der Welt begegnen. Ab Freitag im Kino.

Shoplifters: Kurzinhalt zum Film

Jeder der Filme des japanischen Filmemachers Hirokazu Kore-eda ist auf die eine oder andere Weise herzbewegend. “Nobody Knows – Die Kofferkinder” (2004), der vielleicht populärste Film des Regisseurs bis heute, widmete sich einer Gruppe von Kindern, die von ihrer Mutter im Stich gelassen wurden. “Like Father, Like Son” (2013) zeigte uns die Verwüstung zweier Familien, die einige Jahre später erfuhren, dass ihre geliebten Söhne bei der Geburt vertauscht worden waren. “I Wish” (2011) war die Geschichte eines Jugendlichen, der davon träumte, seine geschiedene Familie wieder zu vereinen und “After the Storm” (2016) brachte einen Vater und seinen Sohn für kurze Zeit wieder zusammen.

Sein neuer Film “Shoplifters”, der Anfang diesen Jahres in Cannes ein Triumph war, handelt wie alle diese kleinen Filmwunder von Familie, ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch das Werk des japanischen Auteurs zieht. Die verarmten Shibatas leben in Tokio und das erste, was wir sehen, ist ein Vater, Osamu (Lily Franky), der seinen kleinen Sohn Shota (Jyo Kairi) dazu anstiftet, einige Dinge aus einem Supermarkt zu stehlen. “Wenn es in einem Geschäft ist, gehört es noch niemandem”, erklärt Osamu. Als sie auf dem Nachhauseweg ein kleines Mädchen namens Yuri (Miyu Sasaki) vor dem Haus ihrer Eltern hungernd und frierend vorfinden, stehlen sie es auch. Sie nehmen es mit in ihr schmuddeliges, kleines Nest – ein Zufluchtsort in einer unfreundlichen Welt – wo zusammengepfercht auch die Mutter Nobuyo (Sakura Ando), die Großmutter Hatsue (die verstorbene Kirin Kiki) und ein älteres Mädchen namens Aki (Mayu Matsuoka) wohnen.

Shoplifters: Die Kritik

Während Yuri in die Familie integriert wird, erfahren wir nach und nach mehr über die Menschen, mit denen sie ein Haus teilt. Nobuyo arbeitet zum Beispiel in einer Wäscherei, die Großmutter ist auf die Pension ihres toten Ehemannes angewiesen und Aki masturbiert vor fremden Männern in einer Peepshow. Während diese Welt langsam zu bröckeln beginnt, offenbart Kore-eda langsam aber doch, dass vieles nicht so ist wie es scheint. Wir erhaschen Einblicke in eine dunkle Geschichte, und kleine Details stellen infrage, wie all diese Menschen zu einander stehen.

Aus den prekären Lebensverhältnissen seiner Figuren, die nie weniger als vollwertige Menschen sind, erschafft Hirokazu Kore-eda eine kleine Festung gegen eine Gesellschaft, in der diese Außenseiter sich sonst selbst überlassen wären. In diesem Sinne kratzt sein sozialkritischer Film auch an dem sonst so sauberen Image der japanischen Gesellschaft, was dem Regisseur und Autor in seiner Heimat sowohl Kritik wie auch Zuspruch eingebracht hat.

Es gibt wirklich nichts Magisches an Armut, und Kore-eda begegnet seinen Figuren immer auf Augenhöhe. Es ist das, was seine humanistischen Dramen ausmacht, die oft Familien betreffen und die Dynamik, die sie zusammenhält – oder auch trennt. Aber so viel will er sein Publikum wissen lassen: es gibt Trost, Liebe und Lachen im Elend. Ein vielseitiger Soundtrack des legendären japanischen Rockmusikers Haruomi “Harry” Hosono verhindert, dass der Film in Sentimentalität abrutscht. Und wenn die Kamera hoch über der winzigen Hütte der Shibatas in einer summenden Sommernacht mitten durch “Shoplifters” fliegt, während ein Feuerwerk in der Ferne platzt, ist das in diesem Kontext bemerkenswert. Mitten in einem ansonsten leblosen Vorort von Tokio, eingeklemmt zwischen tristen Wohnhäusern, ist das enge, von Menschen überfüllte Haus der Shibatas der einzige Lichtblick.

>> Alle Spielzeiten auf einen Blick

(APA/Red)

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VIENNA.AT
  • Kinostarts
  • Shoplifters - Familienbande: Kritik und Trailer zum Film
  • Kommentare
    Kommentar melden
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen