Shazam! - Kritik und Trailer zum Film

Ein neuer, letztlich aber doch auf eine lange Geschichte zurückblickender Comic-Held schickt sich an, das Mainstream-Kino zu erobern. Schon 1940 feierte er in den USA auf Papier seine Premiere. Nun gibt es eine große Kinoadaption. Es geht um einen 14 Jahre alten Buben namens Billy, der sich eines Tages über ganz besondere Kräfte freuen darf: Superkräfte, von einem Magier verliehen, mit denen Billy aber auch erst einmal klarkommen muss.

Längst ja nimmt sich das amerikanische Superheldenkino nicht mehr so ernst wie einst. Jüngere Filme wie etwa “Ant-Man” und “Guardians of the Galaxy” sind voller Ironie und Humor. Nun landet ein, vom Ton her an “Ant-Man” erinnernder Superheld in unseren Kinos: “Shazam!” geht zurück auf einen US-amerikanischen Comic der 1940er-Jahre. Ab Freitag im Kino.

Shazam! – Kurzinhalt zum Film

Zachary Levi, bekannt aus der Fernsehserie “Chuck”, schlüpft in die Hauptrolle und das damit einhergehende rote, mit einem stilisierten gelben Blitz verzierte Heldenkostüm. Billy Batson (Asher Angel) hat eine fürwahr unschöne Kindheit hinter sich: Ausgerechnet in einem Alter, in dem niemand so wichtig ist als Bezugsperson wie die eigene Mutter, wird er von ebendieser auf einem Rummelplatz im Stich gelassen. Fortan muss er sich mit wechselnden Pflegeeltern herumschlagen; unzählige Ziehväter und Ziehmütter hat der arme Billy schon erlebt. Und immer wieder das Weite gesucht. Die Hoffnung aber, die aktuelle Adresse seiner Mutter ausfindig zu machen, die hat Billy noch nicht begraben.

Dann aber ändert sich einiges im Leben des mittlerweile 14-Jährigen: Nicht nur, dass er Teil einer neuen, diesmal tatsächlich liebevollen Pflegefamilie wird. Eines Tages wird Billy zudem bei einer vermeintlich stinknormalen U-Bahnfahrt in ein mysteriöses Zwischenreich befördert – wo ihm von einem vollbärtigen Magier dessen Zauber- respektive Superkräfte überantwortet werden. Von nun an findet sich Billy, ein eher schmächtiger Teenager, immer dann in einem rot-goldenen Kostüm und im Körper eines muskulösen Erwachsenen wieder, wenn er “Shazam” ruft.

Shazam! – Die Kritik

Auch wenn es stets erfreulich ist, wenn die nicht abreißende Welle an Fortsetzungen im Action- und Superheldenbereich durch das Erscheinen einer frischen Figur durchbrochen wird, so weiß “Shazam!” doch nicht auf ganzer Linie zu überzeugen. Teils etwa ist der Humor zu bemüht; auch nervt die aufgedreht exaltierte Ausdrucksweise unseres Superhelden ein wenig. “Shazam!” ist ein recht geschwätziger Film, hie und da hätte es eine Dialogzeile weniger auch getan.

Kaum ein Moment, der nicht auf die eine oder andere Art ironisch gebrochen wäre – mal funktioniert dies (etwa wenn Billy sich mit all seinen Superkräften wie den “Laser-Augen” vertraut macht), zuweilen aber verfehlt die Selbstironie ihr Ziel. Viele Witze funktionieren nur auf einer Metaebene – weniger mit dem Genre des Superheldenfilms vertraute Kinogänger könnte das abschrecken. Fast sehnt man sich bei all dem Humor und all der Ironie ein Jahrzehnt zurück. Zurück in eine Zeit, in der das Superheldenkino (man denke an Christopher Nolans Batman-Trilogie) noch ernsthafter und ja, auch verbissener war.

Als Mischung aus Coming-of-Age-Drama und Heldenfilm der ungewöhnlichen Art indes funktioniert “Shazam!” durchaus. Der Verzicht auf übertriebene Digitaltricks und 3D-Spielereien verleiht dem Film zudem einen an die 1980er erinnernden Anstrich. Warum die über weite Strecken jugend-, abschnittsweise auch kinderkompatible Unterhaltung an einigen Stellen durch sehr gruselige und ebenso brutale Szenen konterkariert wird, ist indes nicht ganz klar.

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(APA/Red)

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