Serienvergewaltiger in Wien verurteilt

Der Serienvergewaltiger wurde in Wien zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Der Serienvergewaltiger wurde in Wien zu fünf Jahren Haft verurteilt. ©VIENNA.at/David Mayr
Ein heute 36-jähriger Mann wurde am Donnerstag wegen mehrerer, brutaler Vergewaltigungen in Znaim und Wien verurteilt.

Ein Serienvergewaltiger, der in Wien und im tschechischen Znaim zugeschlagen hatte, ist am Donnerstag am Straflandesgericht zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Zusätzlich wurde die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verfügt. Der 36-Jährige leidet unter einer organischen Persönlichkeitsstörung, worauf es bei ihm zu einer Verminderung der Impulskontrolle kommt.

Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Sowohl die Staatsanwaltschaft, als auch der Angeklagte, der kurz vor der Urteilsverkündung in Tränen ausbrach, nahmen den Richterspruch an.

Gehirnschäden bei Serienvergewaltiger festgestellt

Der bisher völlig unbescholtene Mann hat laut seinem Anwalt, Rudolf Mayer, im Alter von zehn Jahren bei einen schweren Autounfall ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Bei dem Crash saß er am Beifahrersitz und krachte mit dem Kopf durch die Windschutzscheibe. Der Anwalt vermutet, dass der Bub damals irreparable Gehirnschädigungen erlitten hat, die nun für die Persönlichkeitsstörung verantwortlich sind.

Bei einem MRT nach seiner Festnahme wurde entdeckt, dass mehrere Bereiche des Gehirns Läsionen aufweisen, wie der psychiatrische Sachverständige Karl Dantendorfer in seinem Gutachten ausführte. Wann diese entstanden sind – ob in der Kindheit oder im Jugendalter -, sei unklar. Doch würde die organische Persönlichkeitsstörung mit den Taten “in kausalem Zusammenhang” stehen, so Dantendorfer. “Für den Therapiebedarf sind mehrere Jahre nötig.”

Der Gutachter attestierte, das von dem Mann ein hohes Risiko für neuerliche Sexualstraftaten ausgehe. Das würden der lange Tatzeitraum von 2013 bis 2016 zeigen, die hohe Gewalt bei der Durchführung, die Steigerung von Tat zu Tat sowie die zufällige und spontane Opferauswahl. Anwalt Mayer berichtete von Erzählungen der Ex-Freundin des Angeklagten, dass er früher “sehr nett und liebevoll” war. Als man sich vor einem Jahr wieder traf, habe sie eine enorme Wesensveränderung an ihm festgestellt. “Er ist geistig abnorm, aber zurechnungsfähig”, sagte der Staatsanwalt.

Täter ging äußerst brutal vor

Der gebürtige Türke lebt sein über zehn Jahren in Österreich und arbeitete als Automechaniker in Wien. Am 21. April 2013 beging er die erste Vergewaltigung in Znaim. Er fiel über ein damals 19-jähriges Mädchen her, das sich gerade am Nachhauseweg befand. “Ich habe mich verfolgt gefühlt”, sagte das Opfer in seiner kontradiktorischen Einvernahme. Plötzlich sei ein Mann von hinten gekommen, hätte sie gepackt und gewürgt. “Bist du ruhig?”, fragte der Täter. Als das Opfer verneinte, meinte der Mann: “Dann werde ich es dir (sic) lehren.” Auf einer Wiese vor einem Einfamilienhaus vergewaltigte der 36-Jährige die junge Frau.

Nur zwei Monate später, am 2. Juni 2013, schlug der Mann erneut in Znaim zu. Wieder würgte er ein junges Mädchen, damals 18 Jahre alt. “Ich habe geglaubt, ich muss sterben”, sagte die Frau in ihrer Einvernahme durch tschechische Polizisten. Der 36-Jährige drohte ihr, dass sie niemandem etwas sagen solle, sonst würde er sie umbringen. Das brachte dem Mann zusätzlich eine Anklage wegen schwerer Nötigung ein.

Der Beschuldigte zeigte sich geständig

Am 7. Februar 2015 fiel der 36-Jährige in Wien über eine 21-Jährige her, die gerade die Tür zu ihrem Haustor in Ottakring aufgesperrt hat. Da die junge Frau aber lauthals schrie und das die Nachbarn aufmerksam machte, blieb es in diesem Fall beim Versuch. Am 10. August 2016 vergewaltigte er eine 26-jährige Kellnerin in Ottakring, die ebenfalls gerade am Heimweg war. Dieses Opfer schloss sich dem Verfahren als Privatbeteiligte an und forderte ein Schmerzengeld von 3.000 Euro, was der Angeklagte auch akzeptierte.

Ansonsten wollte der Mann vor Gericht nicht aussagen. Mit gesenktem Kopf murmelte er: “Ich bin schuldig. Ich bin sehr traurig, ich bereue es sehr.”

Auf die Spur des Mannes kam die Polizei durch einen anonymen Hinweis. Der 36-Jährige wurde festgenommen, am Tatort sichergestellte DNA-Spuren überführten ihn in allen Fällen. Im Laufe der Ermittlungen zeigte sich der Beschuldigte geständig.

(APA, Red.)

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