Serbische Nachrichtenagentur "Tanjug" wird 65

Die serbische Nachrichtenagentur Tanjug feiert in diesen Tagen ihren 65. Geburtstag. Die Wiener Korrespondenten Svetislav Maksovic und Zoran Mirkovic sind für ihre Arbeit ausgezeichnet worden.

Präsident Boris Tadic gratulierte der staatlichen Nachrichtenagentur, die “wahrheitsgetreu, objektiv und rasch über alle Geschehnisse informiert”. Premier Mirko Cvetkovic wünschte der Agentur, “mit der professionellen Berichterstattung über alle wichtigen Ereignisse im In- und Ausland fortzusetzen”.

Die “Telegrafischen Agentur des Neuen Jugoslawien” (Tanjug) wurde 1943 in Jajce von den Partisanen unter der Führung von Josip Broz Tito, des späteren jugoslawischen Staatschefs, gegründet. Tanjug avancierte in den 70er und 80er Jahren zu einer der größten und renommiertesten Nachrichtenagenturen weltweit – mit rund 1.000 Beschäftigten und über 50 Auslandskorrespondenten. Tanjug war insbesondere auf das Korrespondentennetz stolz. In osteuropäischen Staaten unterhielten Tanjug-Korrespondenten in der Regel nicht nur zu offiziellen Stellen gute Kontakte, sondern auch zu Dissidentenkreisen.

Zu den Sternstunden des Tanjug-Journalismus zählten die ersten Meldungen über die amerikanische Kuba-Invasion sowie die Berichterstattung aus China während der Kulturrevolution. Nach dem Zerfall Jugoslawiens Anfang der 90er Jahre geriet Tanjug in eine Krise. Die Agentur selbst spricht von einer “unrühmlichen Erfahrung”. Man habe die Lektion aus den 90er Jahren gelernt, als einer politischen Option der Vorrang gegeben wurde, ließ die Agentur anlässlich der Feierlichkeiten in Belgrad wissen.

Mittlerweile hat sich Tanjug wieder den Ruf als glaubwürdiges Medium erkämpft, das ausgewogen und ausschließlich unter Berufung auf Fakten und überprüften Informationen berichtet. Seit 2004 ist Tanjug als einzige serbische Agentur wieder Mitglied der EANA (European Alliance of News Agencies).

Der langjährige Wiener Korrespondent Svetislav Maksovic wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Maksovic, derzeit außenpolitischer Redakteur, arbeitet seit 34 Jahren für Tanjug und war unter anderem in Lima, Berlin und Wien als Korrespondent tätig.

Den Preis für den besten Auslands-Korrespondenten in diesem Jahr erhielt der ebenfalls in Wien arbeitende Zoran Mirkovic. Der 38-Jährige ist seit 1992 in Wien als Journalist für jugoslawische bzw. serbische Medien tätig. Seit zweieinhalb Jahren berichtet er als Tanjug-Korrespondent aus der österreichischen Hauptstadt. Einen Namen machte sich Mirkovic auch als Redakteur der in Frankfurt am Main erscheinenden serbischsprachigen Zeitung “Vesti”, für die er seit 1997 tätig ist. In die Praxis eingeschult wurde Mirkovic übrigens im Jahr 1992 von Maksovic.

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